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BHV und Staatssekretärin einig: Kur- und Kassenpolitik müssen transparent und nachvollziehbar sein, um optimale Ergebnisse für Patienten und Gesundheitswirtschaft zu erzielen

Beim 64. Bayerischen Heilbädertag in Bad Griesbach betonte Festrednerin Annette Widmann-Mauz, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bun-desministerium für Gesundheit, die Bedeutung der Kur für die Gesell-schaft, setzte sich jedoch auch kritisch mit zu hohen Erwartungen an die Politik auseinander

Neben der enormen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Kur zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Kulturangeboten – gerade auch in Bayern – komme ihr vor allem vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in Deutschland eine besondere Rolle zur Prävention und Rehabilitation zu, stellt Widmann-Mauz gleich zu Beginn Ihrer Festrede klar, „Gesundheitsförderung ist unabdingbar für ein gesundes Altern der Menschen, wir müssen deswegen in unserer Gesellschaft eine Kultur des gesunden Lebensstils etablieren.“ Gesundheit müsse im wahrsten Sinne des Wortes „Kult“ werden.

Kurorte und Heilbäder mit ihren Thermen und Kliniken seien aufgrund der hohen Qualitätsstandards und umfassenden Expertise besonders dafür prädestiniert, eine effektive Gesundheitsförderung in Deutschland zu gewährleisten und das Gesundheitsbewusstsein jedes Einzelnen zu stärken. Dies habe die Politik nicht nur erkannt, sondern das Thema habe große Aufmerksamkeit beim Bundesminister für Gesundheit und im gesamten Ministerium. So wird die klassische Kur bereits durch verschiedene Maßnahmen wie Selbsthilfeförderungen oder steuerliche Absetzbarkeit bei betrieblich veranlassten Kuraufenthalten gestärkt.

Allerdings stellt Widmann-Mauz fest, dass die Politiker „hier immer zwischen den Fronten von Anspruch und Wirklichkeit stehen, zwischen einer wünschenswerten Erhöhung von Kuraufenthalten und den realen Verhältnissen bei der Kurbewilligung. Aus diesem Grund setzt das Ministerium auf die Statistikpflicht der Krankenkassen zur Bewilligung und Ablehnung von Kuranträgen, deren Ergebnisse für 2008 und 2009 dem Ministerium nun vorliegen und ausgewertet werden. Es gehe darum, ein realistisches Bild der Verhältnisse zu schaffen, damit gezielte Maßnahmen weiterentwickelt werden können, um zu höheren Kurzahlen zu gelangen. Der 1. Vorsitzende des Bayerischen Heilbäder-Verbandes e.V., Klaus Holetschek, hatte zuvor die mangelnden Auskünfte der Krankenkassen hinsichtlich bewilligter Kuren angeprangert: „Ein Kurantrag darf zudem keinen bürokratischen Hürdenlauf für den Patienten darstellen“, so Holetschek weiter. Seiner Meinung nach müsste die Politik hier bei aller Selbstbestimmtheit der Kassen zu Gunsten der Patienten nachhaltig und drastisch gegen die bestehende Praxis der Kassen bei Kurbeantragungen vorgehen.

Holetschek machte darüber hinaus deutlich, dass sich die Kurorte und Heilbäder mehr von der Politik erhoffen, als nur gute Worte. Das oberste Prinzip für ein faires Miteinander von Kassen, Patienten, Politik und Leistungserbringern muss also Transparenz sein. Dieser Forderung schloss sich Widmann-Mauz an. Sowohl die Politik, als auch die Bürger müssten erfahren, warum bestimmte Anträge abgelehnt würden, oder warum im Einzelfall eine ambulante Versorgung vor Ort einer wohnortfernen, stationären Behandlung vorzuziehen wäre.

Auf die Forderung des BHV, eine bundesweite Verbraucherschutzstelle für Fragen zwischen Patient und Kasse einzurichten, verwies Widmann-Mauz auf die Einrichtung des bereits existierenden unabhängigen Patientenberaters. Dies geht dem BHV jedoch nicht weit genug, er möchte an dieser Stelle echten Verbraucherschutz mit klar definierten Rechten für die Patienten.

Als Erfolg bewerteten sowohl Widmann-Mauz als auch der Vorsitzende Holetschek, dass in Bayern die Weiterbildung zum Bade- bzw. Kurarzt wieder berufsbegleitend möglich ist. Dies sichert die Qualität der kurörtlichen Einrichtungen und verhindert einen drohenden Engpass in der badeärztlichen Betreuung. Widmann-Mauz betonte diesen Erfolg der Bayerischen Ärztekammer und des BHV und hofft, das weitere Länder diesem Beispiel folgen.

Kontakt Bayerischer Heilbäder-Verband e.V., Bad Füssing:
Claudia Hofer
Postfach 1063
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Telefon: (08531) 97559-0
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Pressekontakt Bayerischer Heilbäder-Verband e.V., München:
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Daniel Schreyer
Leiter Redaktionen
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Mobil: (0179) 9035295
schreyer@concilius.com

Über den Bayerischen Heilbäder-Verband:
Der Bayerische Heilbäder-Verband wurde am 1. März 1948 gegründet und ist damit der älteste Regionalverband im deutschen Bäderwesen. Er ist die wichtigste Organisation im Kurbereich auf Landesebene. Der Verband hat seinen Sitz in Bad Füssing. Unter dem Dach des Bayerischen Heilbäder-Verbandes sind derzeit 47 Kommunen und 20 Kurbetrie-be organisiert. Alle Orte sind vom Freistaat Bayern als Heilbäder, Kneipp- oder Schrothkur-orte, heilklimatische Kurorte oder Luftkurorte anerkannt. Ein Hauptziel des Bayerischen Heilbäder-Verbandes ist die Förderung der Gesundheit durch qualifizierte Kuren, Reha-Maßnahmen und gesundheitsbetonte Urlaubsprogramme. Der Verband vertritt die Interes-sen der bayerischen Heilbäder in den verschiedensten Bereichen – insbesondere gegen-über den Parlamenten, Ministerien, Sozialversicherungen, Krankenkassen und anderen Institutionen in Deutschland sowie auf europäischer Ebene. Um die hohe Qualität des Angebots in allen Bereichen zu sichern, fördert der Verband die Kurortmedizin, die Kurort-wissenschaft und die Bäderwirtschaft. Er engagiert sich außerdem dafür, dass die typischen Naturheilmittel der jeweiligen Orte Qualitätspfeiler des Gesundheitsangebotes bleiben.