Job, Familie, Digitalisierung: Wir sind ständig „on“ und schalten, wenn überhaupt, nur noch kurz ab – um dann im Schnelldurchgang die aufgebrauchte Energie wieder aufzutanken. Aber was schnell lädt, ist oft auch genauso schnell wieder leer. Auftanken mit Tiefenwirkung ist in einem Heilbad und Kurort in Bayern möglich. 

1. Unser Körper braucht Bewegung

Machen Sie dreimal Mal wöchentlich 45 Minuten Ausdauertraining nach Ihren körperlichen Möglichkeiten. Auch schnelles Gehen, das Sie zum Schwitzen bringt, zählt dazu. Regelmäßiges Ausdauertraining stärkt das Immunsystem, das Herz-Kreislaufsystem und die seelische Widerstandskraft. Denn durch Sport erhöht sich unser Dopamin- und Serotoninspiegel, Stress wird abgebaut.

Integrieren Sie Schritt für Schritt mehr Bewegung in Ihren Alltag, 10.000 bis 12.000 Schritte täglich sind ein gesundes Maß.

Regelmäßige Bewegung stärkt das Immunsystem und schafft neue Energie für den Alltag.
© www.gesundes-bayern.de / Gert Krautbauer - Regelmäßige Bewegung stärkt das Immunsystem und schafft neue Energie für den Alltag.

2. Mehr als biedernes Krampfaderntreten

Kneippen ist DER Frischekick für Ihr Immunsystem. Und umfasst neben den bekannten Kaltwassergüssen vier weitere Säulen: Bewegung, Kräuter, gesunde Ernährung und innere Ordnung gehören zur Kneipp´schen Gesundheitslehre, die ganzheitlich sowohl Ihren Körper wie auch Ihre Seele stärkt. Der Tipp für´s Wachwerden zuhause: Geöffnete Augen 10-20 Sekunden in eine Schüssel mit kaltem Wasser halten, dabei hin- und herrollen und mit den Lidern klappern. Das hilft gegen übermüdete, trockene und brennende Augen und auch bei Heuschnupfen-Beschwerden. „Außerdem stärkt das Augenbad die Abwehrkräfte der oberen Atemwege und des Stirn-Nasen-Nebenhöhlenbereiche“, weiß Kneippianierin Ines Wurm-Fenkl.

3. Eine Viertelstunde für einen starken Rücken

Rückenschmerzen bedeuten häufig, dass Sie mehr tragen, als Sie aushalten können. Auch zu langes Sitzen gehört dazu. Mit einer starken Bauch-, Rücken-, Arm- und Beinmuskulatur können Sie Fehlhaltungen und Rückenbeschwerden entgegenwirken. „Wenn Sie 15 Minuten täglich in diese Bereiche investieren, reicht das vollkommen“, beruhigt Diplomsportlehrerin Jana Schalk aus Bad Füssing. Wählen Sie eine Übung für jeden Bereich (hier wird jeder nach seinen individuellen Bedürfnissen und Vorlieben auf youtube fündig) und führen Sie diese konzentriert 30 Sekunden aus, dann 20 Sekunden Pause, dreimal wiederholen (anfangs), später vier- bis fünfmal.

Mit einfachen Übungen die Bauch-, Rücken-, Arm- und Beinmuskulatur stärken.
© Ayurveda Hotel Fontana_Foto Pauline Bonnke - Mit einfachen Übungen die Bauch-, Rücken-, Arm- und Beinmuskulatur stärken.

4. Meditieren Sie!

Lassen Sie sich dabei nicht von dem großen Wort Meditation abschrecken. Es muss nicht das stundenlange, stumme Sitzen sein. Es gibt verschiedene, alltagstaugliche Formen davon: Gerade Waldbaden, also ein bewußter Spaziergang im Wald, stärkt Körper und Geist.

5. „Du bist, was Du isst“

Studien belegen, dass eine gesunde, ausgewogene Ernährung unser Wohlbefinden auf allen Ebenen beeinflusst. Ideal sind täglich drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst, wobei eine Portion in etwa so groß wie die individuelle Größe der Faust sein sollte. Fertigprodukte haben einen hohen Anteil an Konservierungsstoffen und sind ein Problem für die Verdauung. Wer auf der Suche nach einer Diät ohne Verzicht ist, für den eignet sich Intervallfasten, dessen Ziel eine dauerhafte Ernährungsumstellung ist. Der JoJo-Effekt bleibt aus.

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit frischer Energie.
© www.bayern.by – Bernhard Huber - Eine gesunde, ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit frischer Energie.

6. Mit Hildegard von Bingen zu mehr Lebensenergie und Frohsinn

Dinkel ist neben frischen Heilkräutern das zentrale Element in der ganzheitlichen Ernährungslehre nach der Hildegard von Bingen. Er enthält mehr Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine als anderes Getreide und „schenkt Lebensenergie und Frohsinn“. Weitere „gute Lebensmittel“ sind Kräuter und Gemüsesorten wie Fenchel, Bohnen, Edelkastanie, Kürbis oder Sellerie. Dünsten Sie das Gemüse und essen Sie Rohkost nur im Salat in einer Marinade aus Essig und Öl. Verzichten Sie auf Schweinefleisch, das zählt übrigens genauso wie Lauch, Pflaumen, Pfirsiche oder Erdbeeren als „Küchengift“ und schwächt laut Hildegard von Bingen das Immunsystem und fördert Unverträglichkeiten und Entzündungen.

7. Sorgen Sie für sich

Laut Musik hören, malen, Motorräder schrauben, ein Buch lesen, shoppen. Sie wissen, was Ihrer Seele guttut und Sie glücklich macht – lassen Sie sich nicht davon abhalten, es (wieder) öfter zu machen. Nehmen Sie sich Zeit für sich.

8. „Ein Leben in Maßen“

Schon Hildegard von Bingen schwor auf das richtige Maß. Ein zu viel von irgendetwas ist immer ein zu wenig von etwas anderem. Sorgen Sie in Ihrem Leben für das richtige Gleichgewicht. Zu viel Arbeit – schaffen Sie sich bewusstere Auszeiten. Zu viel Fremdbestimmung – lernen Sie ein freundliches, aber bestimmtes Nein. Sie fühlen, wenn Ihnen etwas zu viel ist – vertrauen Sie darauf.

Sich bewusste Auszeiten zu nehmen, wird immer mehr zum Luxus.
© www.gesundes-bayern.de – Gert Krautbauer - Sich bewusste Auszeiten zu nehmen, wird immer mehr zum Luxus.

9. Gute Nacht!

Schlafentzug gilt als Foltermethode, zu wenig oder schlechter Schlaf führt sogar zu depressiven Verstimmungen. Abends kalte Beinwaschungen, morgens Wechselgüsse für die Arme, kühle Temperatur im dunklen, ruhigen Schlafzimmer und idealerweise kein TV vor dem Zubettgehen – das sind die Tipps für guten Schlaf von Schlafexperte Andreas Eggensberger aus Füssen.

10. Seien Sie achtsam!

Achtsamkeit, auch als Mindfulness bekannt, stammt aus dem Buddhismus und ist ein guter Weg, psychisch unbelastet durchs Leben zu gehen. Es handelt sich um einen Zustand klaren, wachen Bewusstseins, eine vorurteilsfreie Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments, durch den wir lernen, auf Abstand zu gehen von unseren Ängsten und Gedanken. Wie sieht das in der Praxis aus? Konzentrieren Sie sich eine Woche lang auf eine Routinehandlung (z.B. das Schuhbinden, das Abschließen der Haustür, den Gang zum Zeitungskasten) und nehmen Sie die einzelnen Schritte ganz bewusst und mit allen Sinnen wahr. Unterbrechen Sie Ihr Tun und fokussieren Sie sich auf einen Gegenstand in Ihrer Umgebung. Das kann ein Stift sein, ein Lebensmittel. Wie fühlt sich dieser Gegenstand an?

Achtsamkeit bedeutet, Dinge bewußt zu tun – wie jeden einzelnen Schritt mit allen Sinnen wahrzunehmen.
© www.bayern.by – Gert Krautbauer - Achtsamkeit bedeutet, Dinge bewußt zu tun – wie jeden einzelnen Schritt mit allen Sinnen wahrzunehmen.
Redaktion GESUNDES BAYERN

Hier schreiben GESUNDES BAYERN-Kolleginnen sowie Gesundheitsexpert/Innen aus den bayerischen Heilbädern und Kurorten.

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