Faszinierende Faszien: Die feinen, bindegewebigen Häute, die im ganzen Körper vorkommen, sind äußerst wichtig für den Organismus. Sie trennen Muskeln, sorgen für den Abtransport von Lymphe, wirken auf unser vegetatives Nervensystem und sind entscheidend für Bewegungsabläufe. Umso wichtiger, dass Faszien gesund und funktionsfähig bleiben.

Geheimnisvolles Netzwerk

Als feinmaschiges Geflecht umhüllen und durchdringen Faszien sämtliche Organe, jeden einzelnen Muskel sowie alle Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder. Sie gehen ineinander über und geben dem Körper als Bindegewebe seine individuelle Form, Stabilität und Elastizität. Da Faszien auch zwischen Muskeln, Organen und anderem Gewebe liegen, dienen sie auch als Schmiermittel und als Klebstoff. Sie sind stabil und reißfest, gleichzeitig aber auch gleitfähig und elastisch. Faszien können zwischen einem halben und drei Millimetern dick sein und durchziehen den Körper wie ein Spinnennetz. Erst seit wenigen Jahren widmet sich die Medizin intensiv der Erforschung dieses geheimnisvollen Netzwerks. Immer auf dem aktuellsten Stand sind die Gesundheitsexperten in den bayerischen Heilbädern und Kurorten, die nach verschiedene Programme zur Fasziengesundheit anbieten.

Empfindliche Reaktion auf Reize

Je nach Vorkommen und Funktion werden drei Arten von Faszien unterschieden:

  • Oberflächliche Faszien liegen im Unterhautgewebe. Sie dienen als Puffer und zugleich als eine Art Kommunikationssystem für den ganzen Körper.
  • Tiefliegende Faszien umhüllen Muskeln, Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder und Kapseln und sind mit Nervenenden versehen, die dem Gehirn Lage, Zug oder Schmerzen übermitteln.
  • Viszerale Faszien sind für die Aufhängung und Einbettung der inneren Organe zuständig. Dazu gehören unter anderem der Herzbeutel, das Brustfell der Lunge oder das Bauchfell.

Faszien reagieren empfindlich auf verschiedene Reize: Stress, Verletzungen und Unterforderung durch Bewegungsmangel irritieren sie ebenso wie Überlastung durch zu viel Sport. Unter solchen Bedingungen verdicken, verkleben, verfilzen und verhärten sie sich. Ihre feine, rautenförmigen Anordnung verwandelt sich dann eine Art wirres Wollknäuel. Der Verlust ihrer Zugkraft und Flexibilität schränkt die Bewegungsfähigkeit der betroffenen Muskelfasern ein – und das kann zu einer Vielfalt von Beschwerden führen. Auch Schmerzen.

Die Folgen von Verklebungen

Die genaue Ursache solcher Schmerzen lässt sich oft nicht so einfach feststellen, da sich die veränderte Spannung der Faszien an einer Körperstelle häufig auch auf Faszien anderer Bereiche überträgt. „Verklebungen in der Wade können so beispielsweise zu Schulterschmerzen führen“, erklärt Ruth Stidl, die seit mehr als 15 Jahren Physiotherapeutin in Bad Griesbach ist. Sie schwört auf Faszientraining, da dieses den Körper wieder in Schwung bringe. Wie Frau Stidl wissen auch alle anderen Spezialisten  in den bayerischen Heilbädern und Kurorten genau, welche Beschwerden auf verklebte Faszien zurückzuführen sind. Dazu gehören etwa Schmerzen in Rücken, Nacken, Schultern, Bauch und Gelenken sowie Sehnenentzündungen und -reizungen.

Bewegungsexpertin Ruth Stidl aus Bad Griesbach weiß, dass durch verklebte, also untrainierte, Faszien Krankheiten entstehen können.
© www.gesundes-bayern.de - Bewegungsexpertin Ruth Stidl aus Bad Griesbach weiß, dass durch verklebte, also untrainierte, Faszien Krankheiten entstehen können.

Die gute Nachricht: Faszien lassen sich manipulieren

Als Therapie werden in den bayerischen Heilbädern und Kurorten eine ganze Reihe unterschiedlicher Faszienbehandlungen vorgeschlagen, darunter auch manuelle Therapien wie Osteopathie und Rolfing, die tiefe Gewebsschichten erreichen und dort Spannungen lösen können. Zu den Angeboten für die individuelle und langfristige Fasziengesundheit gehören auch sanfte Trainingsmethoden wie Yoga, Pilates, Tai Chi und Qi Gong. In diesen Kursen lernen Gäste, wie sie auch zu Hause ihr Fasziengewebe stärken können, um beweglich und geschmeidig zu bleiben. Ein bekanntes Hilfsmittel dafür ist die Faszienrolle, deren richtige Anwendung ebenfalls mit den Gesundheitsexperten geübt wird.

Hier einige Angebote und weitere Tipps:

Yoga, Pilates und andere sanfte Trainingsmethoden helfen dabei, das Fasziengewebe langfristig zu stärken.
© www.gesundes-bayern.de – Gert Krautbauer - Yoga, Pilates und andere sanfte Trainingsmethoden helfen dabei, das Fasziengewebe langfristig zu stärken.
Redaktion GESUNDES BAYERN

Hier schreiben GESUNDES BAYERN-Kolleginnen sowie Gesundheitsexpert/Innen aus den bayerischen Heilbädern und Kurorten.

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