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Die bayerischen Heilbäder und Kurorte bieten eine so große Anzahl an natürlichen Heilmitteln an, da fällt es manchmal nicht leicht, den Überblick zu behalten.

Die Gäste in Bad Kissingen brauchen sich darüber keine Sorgen mehr zu machen: Seit dem Februar 2016 arbeitet in dem Kurort die erste Gesundheitslotsin ihrer Art. Lisa Römling (27) stellt jedem, der das möchte, seinen persönlichen Gesundheitsfahrplan auf. Wir haben mit ihr gesprochen:

Der Begriff Gesundheitslotsin klingt irgendwie bekannt: Trotzdem werden Sie als erste Gesundheitslotsin Ihrer Art bezeichnet.

Lisa Römling: Die Idee des Gesundheitslotsen ist nicht neu, das stimmt. Der Begriff taucht auch in der Fachliteratur auf, hauptsächlich geht es dabei aber um die Beratung zu verwaltungstechnischen Abläufen. Ich hingegen berate zum medizinischen und gesundheitsbezogenen Angebot in Bad Kissingen.

Wie kam es denn zu dem Projekt?

Römling: Das Projekt wurde von der Universität Würzburg und der Staatsbad Bad Kissingen GmbH initiiert. Die Mitarbeiter der Tourist-Information in den Kurorten haben immer wieder Anfragen bekommen, die aus dem medizinischen und gesundheitsbezogenen Bereich kamen. Die konnten sie häufig nicht beantworten, weil sie nun mal für touristische Anfragen zuständig und ausgebildet sind. Um diesen Informationsbedarf zu stillen und die Qualität der Beratung zum medizinischen Serviceleistung zu verbessern, wurde ein innovativer Ansatz gesucht.

Wie läuft die Beratung konkret ab? Gehen wir von folgendem Fall aus: Ich habe Rückenschmerzen und habe mich bereits von meinem Hausarzt untersuchen lassen. Der bestätigt mir, dass es nichts Chronisches ist, ich aber etwas für meinen Rücken tun soll.

Römling: Als allererstes wird der Zeitrahmen, der dem Gast zur Verfügung steht, festgestellt. Dann wird eine Abgrenzung vorgenommen, ob ein Rückentraining in der Einrichtung, in der er sich befindet angeboten wird oder ob er eventuell in einer Gruppe teilnehmen möchte, die von Therapeuten angeboten wird. Es könnte auch möglich sein, dass er ein Therapierezept vom Hausarzt bekommen hat für eine Bewegungstherapie oder eine Medizinische Trainingstherapie und dazu eine passende Praxis in der Nähe sucht. Hierbei helfe ich dem Gast dann aus den Angeboten genau das richtige zu filtern. Weiterhin weise ich auf beispielsweise die „5 Bad Kissinger“ hin. Das ist ein Bewegungsprogramm zur Verbesserung der Fitness von Herz-Kreislauf, Muskeln, Knochen und Bewegung.  Zwischen Kneippanlage und Barfußpfad steht das Übungsgerät im Luitpoldpark. Hier muss man keine sportlichen Höchstleistungen vollbringen, sondern kann mit regelmäßigem Training für ein möglichst langes Gesundbleiben sorgen.

Sie beraten auch die Bad Kissinger. Sieht das dann anders aus?

Römling: Wenn es sich nicht um einen Gast handelt sondern um einen Anwohner, kann ich diesem die verschiedenen Angebote von Fitnesstrainings in Bad Kissingen näher erläutern oder auch Gesundheitswege ans Herz legen. Auch die KissSalis Therme bietet die Möglichkeit, an kostenlosen Bewegungsprogrammen im Wasser teilzunehmen. Diese werden täglich angeboten. Dies könnte mit Bewegung im Wasser, leichtem Schwimmen, kombiniert werden, um den Rücken zu stärken. Auch angebotene Präventionskurse, die teilweise von Krankenkassen mit unterstützt werden, können für Bürger interessant sein. So differenziere ich zusammen mit Gästen oder Anwohnern die verschiedenen Angebote und gebe zu den interessanten Angeboten Kontaktdaten weiter.

Nennen Sie mir auch die beste Behandlungsform?

Römling: Nein, die Frage über die Behandlungsform bleibt dem Arzt überlassen. Ich empfehle auch nicht, ich berate. Ich versuche also niemanden zu überzeugen, dass er zu einem bestimmten Anbieter geht. Eine andere Seite der Beratung sind Kur und Rehabilitation, wo auch Fragen aufkommen wie: Wie beantrage ich eine Kur? Wo ist es geeignet, mit meinen Indikationen zu bleiben?

Wie nehmen das die Leute an?

Römling: Sie sind sehr dankbar für das kostenfreie Angebot. Viele nutzen durchaus auch längere Beratungsgespräche. Die Saison 2016 beginnt aber erst jetzt, da wird man besser sehen, wie erfolgreich das ist.

Hatten Sie denn trotz der kurzen Zeit schon Fälle, die sie als bemerkenswert empfanden?

Römling: Ja, ein Gast hat einen Ort gesucht, an dem er das beste Angebot für seine Indikation findet und überlegte dann, dorthin zu ziehen. Dafür hat er sich auch umfassend über das Angebot in Bad Kissingen von mir beraten lassen. Ich habe dann einen Termin mit ihm ausgemacht und mich über die Indikation informiert und die passenden Angebote rausgesucht. Die habe ich ihm dann vorgestellt.

Ist der Gast hergezogen?

Römling: Das weiß ich leider noch nicht. Ich hoffe aber, ich erfahre es noch.

Sie sind ausgebildete Physiotherapeutin und bringen Know-How aus dem Medizinbereich mit: War das eine Voraussetzung für die Stelle?

Römling: Eine Grundvoraussetzung war es nicht, aber es ist sehr hilfreich, wenn es um Indikationen und Krankheiten geht. Das hilft mir im Berufsalltag sehr. Selbstmanagement der Patienten ist ja eines der Zukunftsthemen der Medizin und gerade dabei brauchen die Gäste eine Orientierungshilfe.

Wie kann man Sie denn finden?

Römling: Es gibt drei Kanäle, über die ich erreichbar bin. Einmal persönlich im Arkadenbau in der Tourist-Information in Bad Kissingen. Wenn ich nicht gerade einen Termin habe, kann man mich da einfach besuchen, ansonsten macht die Tourist-Information einen Termin aus. Dann kann man mich unter der Telefonnummer 0971 8048-444 anrufen oder mir eine E-Mail schreiben an: gesundheitslotse@badkissingen.de.

Redaktion GESUNDES BAYERN

Hier schreiben GESUNDES BAYERN-Kolleginnen sowie Gesundheitsexpert/Innen aus den bayerischen Heilbädern und Kurorten.

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