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In Bad Aibling setzen Mediziner und Therapeuten auf eines der bewährtesten und ältesten Naturheilmittel Bayerns: das Moor. Darin zu baden hilft bei ganz unterschiedlichen Beschwerden: vom geplagten Rücken, strapazierten Gelenken über Stoffwechselprobleme bis hin zu Niedergeschlagenheit und Erschöpfungszuständen. Doch wie läuft ein Bad im Moor eigentlich ab? Dr. Alex Höfter, Ärztlicher Direktor der Klinik Wendelstein in Bad Aibling, erklärt es für „Gesundes Bayern“.

 Herr Dr. Höfter, wie kommt das Moor in Ihre Badewannen?

Dr. Höfter: Das Moor wird in Lastern aus den Abbaugebieten hierher gefahren, einige Tage zwischengelagert und dann über Trichter unterirdisch in große Moor-Wärmebehälter gefüllt. Und dort wird das Moor mit Wasser vermischt. Ab etwa 3 Uhr nachts wird es erhitzt, so dass es morgens ab etwa 6.30 Uhr dann mit der entsprechenden Temperatur als Wasser-Torf-Mischung eingesetzt werden kann: für Moorpackungen vom Nacken über die Schultern bis zum Gesäß oder in den Wannen für Teilbäder bis zum Bauch und Vollbäder bis zum Hals.

Wie ist der Dresscode für die Moor-Badewanne: Badekleidung oder im Eva- bzw. Adamskostüm?

Dr. Höfter: Als Patient bekommen Sie vor dem Moor-Bad natürlich einen kleinen Leitfaden und auch eine Uhrzeit für Ihre Anwendung zugeteilt. Sie kommen dann mit Bademantel, Badetuch und Schlappen zu uns. Kurz vor Ihrem Termin wird Ihr Moor eingelassen, dann kommt ein Deckel drauf. Sie werden aufgerufen und steigen unbekleidet in die Wanne, um bei etwas über 40 Grad das Teil- oder Vollbad zu nehmen. Man startet normalerweise mit 12 Minuten Badedauer, maximal sind 20 Minuten möglich.

Wie wirkt das Moor auf unseren Körper?

Dr. Höfter: Das Moor verfügt über viele organische und anorganische Stoffe – und hat viele Wirkungen: Es ist mit seinen Säuren gut für die Haut, vor allem bei Schuppenflechte (Psoriasis) oder bei allen Formen von Ekzemen und Neurodermitis. Moor wirkt zudem sehr gut in die Tiefe, fördert die Durchblutung, hemmt Entzündungen, entspannt die Muskeln und regt den Stoffwechsel an – was sich ja auf alle Organe positiv auswirkt. Dann macht das Baden im warmen Moor natürlich auch müde. Nach dem Bad wird das Moor abgelassen, der Patient duscht sich ab und liegt, direkt in einem Nebenraum, circa 15 bis 30 Minuten, um sich in der Horizontalen auf einer Liege auszuruhen. Bis zur nächsten Anwendung, bis zum nächsten Programmpunkt, gibt es deswegen auch nach jedem Moor-Bad eine längere Pause.

Ihrer Erfahrung nach: Wie lange hält die positive Wirkung der Moor-Bäder und der damit verbundenen Auszeit an?

Dr. Höfter: Die Wirkung hält nicht nur ein paar Wochen an. Viele unserer Patienten sprechen von einem halben bis dreiviertel Jahr.

Vielen Dank für das Gespräch!

Mehr zu Bad Aibling und seinem Programm „Im Moor zum inneren Gleichgewicht“ lesen Sie hier.

Redaktion GESUNDES BAYERN

Hier schreiben GESUNDES BAYERN-Kolleginnen sowie Gesundheitsexpert/Innen aus den bayerischen Heilbädern und Kurorten.

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