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Stefan Speiser ist Physiotherapeut in Bad Füssing und der Vorsitzende der Vereinigung Selbstständiger Physiotherapeuten. Er hat gemeinsam mit Kollegen und Onkologen die OnkoTrainKur entwickelt – ein spezielles onkologisches Reha-Programm für Krebspatienten nach dem Klinikaufenthalt. Er erzählt uns im Interview, was die besonderen Herausforderungen bei der Physiotherapie von Krebspatienten sind.

Sie behandeln als Physiotherapeut orthopädische Patienten und Krebspatienten.  Was ist anders an der Behandlung von Krebspatienten?

Speiser: Das Grundlegende ist die Individualität in der Behandlung: Beim Krebspatienten beginnen wir viel langsamer als bei jemandem der einen orthopädischen Schaden hat, wo nur ein Muskelbereich betroffen ist. Bei Krebspatienten müssen wir die ganze Konstitution beachten und dementsprechend ist die Steigerungsquote viel langsamer. Jede Krebsart ist darüber hinaus auch anders und wir müssen das auch individuell behandeln.

 

Können Sie mir ein konkretes Beispiel nennen?

Speiser: Bei einer Frau die Brustkrebs hat, werden in aller Regel die Lymphgefäße auf der befallenen Brustseite ebenfalls entfernt. Dadurch entstehen auf der betroffenen Seite große Lymphschwelllungen, zum Beispiel im linken Arm. Da kann ich nicht einfach den Muskel aufbauen, wie bei einem Patienten, der eine Fraktur hatte und dessen Lymphgefäße nicht beeinträchtigt sind. Bei einer Brustkrebspatientin muss ich erst einmal eine Lymphentstauung machen und dann kommt erst die Mobilität und die Kraftentwicklung.

Wie entstauuen sie Lymphgefäße?

Speiser: Mit Lymphdrainagen, das sind Grifftechniken, die die Lymphgefäße wieder anregen und die Lymphflüssigkeit im Körper normalisieren.

Wie ist das beim Prostatkrebs, der ja sehr viele Männer betrifft? Oder bei Lungenkrebs?

Speiser: Prostatakrebs geht nach Operation, Bestrahlung und Chemotherapie häufig mit dem Problem der Inkontinenz einher. Das behandeln wir natürlich gezielt. Beckenbodentraining eignet sich zum Beispiel dafür. Bei Patienten mit Lungenkarzinom ist die Atmung beeinträchtigt. Daher würde man hier die Atemgymnastik machen. Und die Gelenke am Rippenbogen sind eingeschränkt, da würden wir ansetzen um die Atmung zu erleichtern.

Setzen Sie auch natürliche Heilmittel ein?

Speiser: Ja, vor allem unsere Thermalbäder, in denen wir bewegungstherapeutische Einheiten im Thermalwasser durchführen. Die eigenen sich sehr gut dafür.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Mehr über die OnkoTrainKur in Bad Füssing, erfahren Sie hier.

Redaktion GESUNDES BAYERN

Hier schreiben GESUNDES BAYERN-Kolleginnen sowie Gesundheitsexpert/Innen aus den bayerischen Heilbädern und Kurorten.

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