Gsunde Gschichten

 Von Asthma und Burnout über Wechseljahre bis Zöliakie informieren Sie unsere AutorInnen hier über alle Gesundheitsthemen, die das Leben so mit sich bringt - ganzheitlich, mit medizinsch-therapeutischer Kompetenz und inspiriert von der Heilkraft bayerischer Naturschätze. Gönnen Sie sich diese Lesezeit!

Unsere AutorInnen

Recherchieren mit viel Herzblut und schreiben ohne große Schnörkel:

Alle
Blogartikel

Hirschzungenelixier, Galgant und gelöschter Wein. Klingt wie aus einer anderen Zeit – und ist es auch. Angesagter denn je aber ist die dahinterstehende Heillehre: Hildegard von Bingen setzte schon vor mehr als 800 Jahren auf die ganzheitliche Heilung aus der Natur und trifft damit heute genau den Nerv jener bewussten Lifestyle-Bewegung, die auf Achtsamkeit und Selbstbestimmung Wert legt.

Die Hildegard von Bingen-Ernährungslehre setzt auf Dinkel und hochwertige Kräuter

Erlesene Kräuter, Regionalität, ein Leben „in Maßen“ und Dinkel sind Grundlage für die Lehre der Visionärin aus dem Mittelalter, nach der auch Andrea Fend aus Überzeugung lebt. Die Ernährungsberaterin und geprüfte Hildegard-Lehrende leitet zusammen mit ihrem Mann das „moor&mehr Bio-Kurhotel“ in Bad Kohlgrub und bietet ihren Gästen dort die gesundheitsfördernde Symbiose des regionalen Heilmittels Moor und der Hildegard-Heillehre.

Die Wirkung im Doppelpack ist im bayerischen Heilbad erlebbar im Rahmen der „ganzheitlichen Aufbautage“,  für die Daheimbleib-Zeit eignet sich die Hildegard-Philosophie ideal, um das Immunsystem zu stärken und das Wohlbefinden zu steigern. Hier die Tipps von unserer Expertin Frau Fend – inklusive einem Tages-Menü zum Nachkochen:  

Andrea Fend ist Ernährungsberaterin und geprüfte Hildegard-Lehrende.
© Andrea Fend, Bad Kohlgrub - Andrea Fend ist Ernährungsberaterin und geprüfte Hildegard-Lehrende.

Alltagstauglich und unkompliziert: Quendel, Perlagonie und Co

„Der Vorteil der Hildegard-Heillehre liegt für mich darin, dass sie alltagstauglich und unkompliziert ist “. Andrea Fend weiß, wovon sie spricht: In zahlreichen Fortbildungen eignete sie sich die Heillehre der Äbtissin an und verfügt nach 15 Jahren über einen enormen Erfahrungsschatz. „Besinnen wir uns auf das, was unserem Stoffwechsel, unserer Kultur entspricht“, rät die 57-Jährige und deutet auf ihr „Hildegard-Kräuterparadies“. Quendel, das Hautheilkraut, Perlagonie, das natürliche Antibiotikum, und Wermut, der Verdauungsankurbler, wachsen dort unter anderem. Nicht alle Hildegard-Heilpflanzen gedeihen im 900 Meter hoch gelegenen Luftkurort Bad Kohlgrub, „das Klima bei uns ist sehr rau.“ Was Fend nicht selbst anbauen kann, bezieht sie über verlässliche Partner, Pioniere in der Hildegard-Heilkunde: „Sie versorgen uns mit qualitativ hochwertigen Heilgewürzen“.

Dinkel schenkt Lebensenergie und Frohsinn

Im Mittelpunkt der Hildegard-Lehre steht eine ausgewogene Ernährung, mit der – so die Überzeugung der Äbtissin – Abwehrkräfte gesteigert und Krankheiten vorgebeugt werden können. Eine zentrale Rolle sprach die im Jahre 1098 geborene von Bingen schon damals dem reinen Dinkel zu – zu einer Zeit, als wissenschaftliche Untersuchungen noch nicht belegten, dass er tatsächlich mehr Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine enthält als anderes Getreide. „Dinkel schenkt dem Menschen Lebensenergie und Frohsinn“, zitiert Andrea Fend ihr im hohen Alter von 81 Jahren verstorbenes Vorbild, „und soll deshalb täglich zu sich genommen werden“. Hildegard von Bingen spricht hier immer vom „rechten Maß“. Bei Fend und ihrer Familie beginnt jeder Morgen mit dem Hildegard-Dinkel-Habermus. „Es stärkt die Organe, regt den Stoffwechsel an und gibt Energie für den Tag“.

Dinkel dient als Quelle für Lebensenergie und Frohsinn.
© www.gesundes-bayern.de – Gert Krautbauer - Dinkel dient als Quelle für Lebensenergie und Frohsinn.

Küchengifte und gute Lebensmittel

Weitere „gute Lebensmittel“ sind Kräuter und Gemüsesorten wie Fenchel, Bohnen, Edelkastanie, Kürbis oder Sellerie. Wie auch Hildegard von Bingen empfiehlt Andrea Fend das Gemüse zu dünsten und Rohkost nur im Salat in einer Marinade aus Essig und Öl zu essen. Den Verzehr von Fisch und Fleisch befürwortet sie jahreszeitenabhängig in Maßen und weist daraufhin, unbedingt auf die Qualität und Herkunft zu achten. Was sie ihren Gästen nie serviert, ist Schweinefleisch. Es zählt als „Küchengift“, das – übrigens genauso wie Lauch, Pflaumen, Pfirsiche oder Erdbeeren – das Immunsystem schwächt und Unverträglichkeiten und Entzündungen fördert.

Auch Kräuter zählen zu den „guten Lebensmitteln“.
© www.bayern.by – Tobias Gerber - Auch Kräuter zählen zu den „guten Lebensmitteln“.
Redaktion GESUNDES BAYERN

Hier schreiben GESUNDES BAYERN-Kolleginnen sowie Gesundheitsexpert/Innen aus den bayerischen Heilbädern und Kurorten.

Kommentare (0)

Kommentar verfassen