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Höher, schneller, weiter: Sport ist eigentlich gesund, doch viele Freizeitsportler in Deutschland treiben sich zu Höchstleistungen an. Das kann gesundheitliche Auswirkungen haben, warnt der Gesundheitspräventionsexperte Prof. Dr. Erich Wühr aus Bad Kötzting: Vor allem unter Läufern gebe es eine Tendenz zur Überlastung.

Ich dachte, Joggen sei gesund.

Prof. Dr. Erich Wühr: Ja, aber es ist immer eine Frage des rechten Maßes. Viele Menschen versuchen, einen Hochleistungslebensstil zu pflegen. Ich sehe da eindeutige Tendenzen der Überlastung in unserer Gesellschaft, gerade in der Joggingszene. Das halte ich für sehr bedenklich.

Gerade Marathonlaufen ist ja sehr beliebt unter Läufern.

Prof. Dr. Erich Wühr: Seinen Körper zu überlasten wie beim Marathonlaufen, ist bei vielen Freizeitsportlern sehr beliebt, weil der Körper sehr viele Endorphine ausschüttet. Das sind körpereigene Opiate, die Läufer werden auf natürliche Weise regelrecht high und wollen immer mehr davon.

Sie sind auch sehr fit – aber im Alter wird das sehr problematisch, weil durch das Training das Herz zu groß werden kann. Wenn so ein Marathonsportler im Alter für drei Wochen ins Krankenhaus muss, weil er sich ein Bein bricht, dann kommt er in Lebensgefahr, weil er auf einmal inaktiv ist und sein Herz nicht mehr trainiert wird.

Ich muss nochmal nachhacken: Ich darf aber schon joggen?

Prof. Dr. Erich Wühr: Ja, natürlich. Eine halbe Stunde schön dahintraben jeden Tag ist durchaus gesund. Es ist, wie schon gesagt, immer eine Frage des rechten Maßes. Man kann Sport eben sehr leicht übertreiben und die Endorphinausschüttung führt viele in Versuchung.

Was heißt denn „dahintraben“?

Prof. Dr. Erich Wühr: Der ziemlich gut belegte wissenschaftliche Wert ist, dass ein Mensch 10.000 Schritte am Tag gehen soll, um seinen Bewegungsapparat zu trainieren. Von diesen 10.000 Schritten soll er 3.000 Schritte ungefähr in 30 Minuten gehen. Dann trainiert er automatisch seine Ausdauer. Ich empfehle zusätzlich Quigong.

Qigong sind chinesische Meditationsübungen, wenn ich mich nicht irre. Als Sport?

Prof. Dr. Erich Wühr: Das ist auch Meditation, aber nicht nur. Neben Kneipp ist eine Spezialisierung von Bad Kötzting die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Qigong ist ein Teil von TCM und nach meiner Meinung der umfassendste Gesundheitssport.

Inwiefern?

Prof. Dr. Erich Wühr: Qigong trainiert nicht nur die körperlichen Fähigkeiten wie Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Qigong trainiert auch die emotiven Regulationen und wirkt entspannend, weil es sehr meditativ ist. Zusätzlich trainiert es das Gedächtnis und die Konzentration. Und der heilgymnastische Bereich von Qigong ist eine perfekte Rückenschule.

 

Prof. Dr. Wühr hilft Besuchern in Bad Kötzting mit dem IGM-Lebensstilprogramm SINOCUR dabei, ihren Lebensstil zu ändern. Wie er das macht, lesen Sie hier.

Redaktion GESUNDES BAYERN

Hier schreiben GESUNDES BAYERN-Kolleginnen sowie Gesundheitsexpert/Innen aus den bayerischen Heilbädern und Kurorten.

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