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Chiasamen, Macapulver oder Gojibeeren – Superfoods sind seit einigen Jahren die Trendlebensmittel schlechthin. Waren sie anfangs nur in gut sortierten Bioläden zu finden, stehen sie heute auch bei Discountern im Regal. Meist kommen sie aus fernen Ländern, getrocknet oder als Pulver zu uns. Doch sind die exotischen Früchte wirklich so viel gesünder als heimische Produkte?

Was genau sind Superfoods?

Superfoods sind meist pflanzliche Lebensmittel, die von Natur aus einen hohen Gehalt an Nährstoffen, Enzymen und sekundären Pflanzenstoffen haben. Dazu zählen vor allem Beeren wie Goji, Açai oder Heidelbeeren, aber auch verschiedenen Algen, Samen und Körner wie Chiasamen oder Hanfsaat, Wurzeln wie zum Beispiel Macagrüne Gemüsesorten, Gräser oder Sprossen. Eine wissenschaftlich anerkannte Definition gibt es nicht. Superfoods sollen bei chronischen Entzündungen wie Arthritis helfen, vor Schlaganfall schützen, den Körper entgiften und uns resistenter gegen Stress machen. Das klingt zwar vielversprechend, doch letztlich nutzt vor allem die Lebensmittelindustrie den Begriff geschickt als Marketinginstrument.

Grundsätzlich sollte ein Superfood eines der folgenden Kriterien erfüllen, um als solches zu gelten:

  1. Eine besonders ausgewogene Nähr- und Vitalstoffkombination haben, zum Beispiel indem es die essentiellen Fettsäuren in einem für den Menschen vorteilhaften Verhältnis enthält. Das gilt unter anderem für Hanfsaaten.
  2. Eine hohe Vitalstoffdichte aufweisen: Das heißt, dass bereits kleine Mengen des Superfoods genügen, um sich mit den entsprechenden Vitalstoffen zu versorgen. Die Acerola-Kirsche zum Beispiel enthält so viel Vitamin C, dass man nur etwa sechs Gramm davon essen muss, um 100 mg Vitamin C aufzunehmen. Zum Vergleich: Um auf die gleiche Menge Vitamin C zu kommen, müsste man etwa 200 Gramm Orangen essen.
  3. Es sollte reichliche Mengen solcher Stoffe enthalten, die in der ansonsten üblichen Nahrung nicht oder nur sehr selten vorkommen. Dazu zählen seltene Spurenelemente wie Mangan oder Molybdän, Chlorophyll oder sekundäre Pflanzenstoffe. Das trifft zum Beispiel auf Algen zu. Sie enthalten lebensnotwendige Vitamine wie A, C, E und verschiedene B-Vitamine. Außerdem gelten sie als gute Quelle für Mineralstoffe und Spurenelemente.

Wie wirken Superfoods?

Die Lebensmittel haben äußerst positive Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen. Allerdings nur, wenn man sie über einen längeren Zeitraum in seine Ernährung integriert. Hin und wieder einen Riegel mit Goji-Beeren zu essen, wird noch keinen spürbaren Effekt erzielen. Jeden Morgen ein Müsli oder Smoothie mit den Superfrüchten, kann dagegen zu einem langfristig besseren Wohlbefinden beitragen.

Fast jede Krankheit lässt sich auf oxidativen Stress (Oxidativer Stress wird durch einen zu hohen Anteil freier Radikale im menschlichen Körper ausgelöst), chronische Entzündungen oder eine verminderte Entgiftungsfähigkeit des Körpers zurückführen. Genau deshalb ist es besonders wichtig, den Organismus mit einer ausgewogenen und möglichst naturbelassenen Ernährung zu unterstützen. Superfoods wirken entzündungshemmend und antioxidativ (das heißt sie bekämpfen freie Radikale) und sollen die Entgiftung des Körpers unterstützen. Bei Krankheit daher unerlässlich: eine gesunde Ernährung angereichert mit vielen unterschiedlichen Superfoods. Die „Superfrüchte“ können ihre Wirkung in Kombination häufig sogar verstärken, z. B. Brokkoli und Brokkolisprossen oder Granatäpfel und Datteln. Den Heilungsprozess leichter anstoßen können Superfoods jedoch nur in Kombination mit einem ausgewogenen Lebensstil bestehend aus ausreichend Bewegung, gesundem Schlaf, frischer Luft, Entspannung und Sonnenlicht.

Grünes Blattgemüse und Obst enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe und ist damit sehr gesund.
© pixabay/marijana1 - Grünes Blattgemüse und Obst enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe und ist damit sehr gesund.

Müssen es immer exotische Superfoods sein?

Gleich vorneweg: Nein! Auch vor unserer Haustür wachsen zahlreiche Obst-, Gemüse-, Samen- und Getreidesorten, die uns mit wertvollen Mineralstoffen und Vitaminen versorgen können. Leider sind viele davon vom Speiseplan der Menschen verschwunden oder werden nicht als Superfood wahrgenommen. Einheimisches Obst und Gemüse hat den Vorteil, dass es während der Saison in jedem Supermarkt erhältlich ist und keine langen Transportwege hinter sich hat. Deshalb bekommt man die „Superfrüchte“ aus dem Ausland auch selten frisch, sondern meist als Pulver, getrocknet oder in Kapselform. Der Nährstoffgehalt ist dann allerdings fraglich. Dazu weiß man oft nur sehr wenig über die Anbaubedingungen vor Ort. Also statt zu den exotischen lieber zu den heimischen Alternativen greifen. Hier einige Beispiele:

Leinsamen statt Chia-Samen

Die regionale Antwort auf die kleinen schwarzen Chia-Samen sind Leinsamen. Chia-Samen, von der gleichnamigen Pflanze aus Lateinamerika, sind ballaststoffreich, enthalten wertvolle Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien wie zum Beispiel Vitamin C und E. Leinsamen können da gut mithalten und übertreffen die gute Werte ihrer ausländischen Konkurrenten sogar teilweise. Auch Äpfel, Tomaten, Hagebutten und Sanddorn haben vergleichbare Nährstoffdichten zu bieten.

Hirse statt Quinoa

Quinoa ist eine Pseudogetreideart und wird auch Inkareis oder Perureis genannt. Er ist proteinreich und enthält Magnesium und Eisen. Hirse kann, angereichert mit einer Portion Gemüse, locker mit dem exotischen Pendant mithalten.

Schwarze Johannisbeeren statt Goji-Beeren

Goji-Beeren werden vor allem für ihren hohen Vitamin C-Gehalt hoch angepriesen. Doch auch heimische Beeren können sehr gut mit der exotischen Variante mithalten. Schwarze Johannisbeeren oder Sanddornbeeren enthalten nicht nur mehr Vitamin C, sie sind auch deutlich preiswerter als Goji-Beeren. Zudem werden die heimischen Alternativen als frische Ware oder Saft angeboten. Goji-Beeren hingegen sind meist nur getrocknet erhältlich.

Blaues Obst und Gemüse statt Açai-Beeren

Die kleinen, blauen Beeren gelten vor allem aufgrund des hohen Gehalts an blauen Pflanzenfarbstoffen, die den Körper vor schädigenden Oxidationsprozessen schützen können, als Superfood. Aber auch heimische blaue und violette Obst- und Gemüsesorten enthalten große Mengen der Pflanzenfarbstoffe. Reich an blauen Pflanzenfarbstoffen sind zum Beispiel Heidelbeeren, Holunderbeeren, blaue Trauben oder Rotkohl.

Quinoa gibt es in verschiedenen Farben. Das Pseudogetreide ist glutenfrei und enthält viele Nährstoffe.
© adobe.stock.com/Luis Echeverri Urrea - Quinoa gibt es in verschiedenen Farben. Das Pseudogetreide ist glutenfrei und enthält viele Nährstoffe.

Sind Superfoods Medizin?

Bei Krankheit sollte man den Körper mit vitalstoffreicher Nahrung unterstützen – und Superfoods gehören hier an allererster Stelle dazu. In vielen bayerischen Kurorten werden heimische Superfoods in Kombination mit einer naturbelassenen Ernährung, Bewegung und Entschleunigung eingesetzt, um gegen chronische Krankheiten vorzugehen.

 

Hier einige Angebote und weitere Tipps:

Tipps von Dr. med. Alex: Lebensmittel für das Immunsystem

Gicht: Ernährung umstellen – schmerzfrei leben

Superfoods finden sich heute bereits morgens auf dem Frühstückstisch – zum Beispiel als Topping auf Porridge oder Smoothiebowls.
© pixabay/Free-Photos - Superfoods finden sich heute bereits morgens auf dem Frühstückstisch – zum Beispiel als Topping auf Porridge oder Smoothiebowls.
Redaktion GESUNDES BAYERN

Hier schreiben GESUNDES BAYERN-Kolleginnen sowie Gesundheitsexpert/Innen aus den bayerischen Heilbädern und Kurorten.

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