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Wir starren stundenlang auf Bildschirme, sitzen währenddessen in Räumen, in denen Klimaanlagen die Luft austrocknen und viele von uns tragen dabei auch noch Kontaktlinsen – für unsere Augen ist das eine große Belastung. Die Folge: Das Syndrom der trockenen Augen oder Keratoconjunctivitis sicca.

Ungefähr jeder sechste Deutsche leidet unter dieser weniger bekannten Volkskrankheit. Viele der Betroffenen probieren über die Jahre hinweg unzählige Heilmethoden aus, ohne dass diese Abhilfe schaffen. Im Gesundheitszentrum Jodschwefelbad in Bad Wiessee gibt es eine natürliche Methode zur Behandlung trockener Augen: Jod-Aerosol-Augenbäder.

Ein feiner, heilsamer Jod-Nebel wird auf die Augen gesprüht

Die Apparatur für die Augenbäder sieht aus wie ein Okular-Aufsatz an einem Fernglas, der in eine Apparatur führt. Der Anwender schaut hinein – zu sehen gibt es dort zwar nichts, dafür wird ein körperwarmer, feiner Nebel auf die Augen gesprüht. Brigitta Ammer vom Gesundheitszentrum Jodschwefelbad erklärt: „Wir nutzen dafür das Heilwasser aus unseren beiden Heilquellen. Anders als bei den Badeanwendungen, bei dem wir das Jod-Schwefelwasser, so wie es aus der Erde kommt, einsetzen, wird es bei den Augenbädern vorher entgast. Der Schwefel wird also entzogen.“ Schwefel ist zwar auch heilsam, für die Augen ist er allerdings zu stark.

Beim trockene-Augen-Syndrom sind die Augen entzündet, sie jucken, man sieht schlechter und ein Fremdkörpergefühl tritt auf. „Das Jod im Heilwasser lässt die Entzündung abklingen, das funktioniert ähnlich wie bei einer Jod-Tinktur, die man bei Verletzungen aufträgt“, sagt Ammer. Bei der Krankheit ist außerdem die Produktion von Tränenflüssigkeit, die unsere Augen schützen soll, meistens unzureichend. „Jod regt auch den Stoffwechsel an. Sauerstoff und Mineralstoffe gelangen besser in die Augen“, erklärt Ammer. „Das kann die Regulation der Tränenflüssigkeit wieder verbessern.“ Und die Aerosol-Augenbäder befeuchten die Augen. Die im Heilwasser enthaltenen Salze binden die Feuchtigkeit zusätzlich dort, damit die Augenregion nicht gleich wieder austrocknet.

Trockene Augen können zu Augenschäden führen

Aerosol-Augenbäder werden nicht vom Arzt verschrieben – dennoch sollte der erste Gang bei Beschwerden zum Haus- oder Augenarzt führen. In schweren Einzelfällen kann die Krankheit sogar zu Augenschäden führen. Oder zumindest den Alltag sehr erschweren. Ammer erinnert sich an eine Kundin: „Das war eine Münchnerin, die viel am Bildschirm gearbeitet hat. Mit Ende Vierzig wurden ihre trockenen Augen so schlimm, dass sie immer mehr Pausen machen musste und eine Spastik im Gesicht durch das ständige Zwinkern entwickelt hat.“

Ihr Arzt verschrieb ihr Augentropfen und Medikamente, die nicht wirklich halfen. Als es nach Jahren der Behandlung darum ging, ihre Tränenkanäle zu verschließen, suchte sie nach alternativen Behandlungsmethoden – und fand die Aerosol-Augenbäder. „Im Rahmen einer ambulanten Kur bekam sie drei Wochen lang täglich die Augenbäder. Und ihre Spastik war danach weg“, sagt Ammer. Sie kommt seitdem immer wieder. Im Sommer, wenn das Problem schwerer wird, bis zu drei Mal im Monat. Wenn es gut geht, nur alle drei Monate.

Kein Allheilmittel – aber bewährte alternative Behandlung

Aerosol-Augenbäder sind als Behandlungsmethode nicht weit verbreitet: Sie werden nur in Bad Hall in Österreich, wo sie erfunden wurden, und in Bad Wiessee angeboten. „Sie sind kein Allheilmittel und wirken sicher nicht bei jedem gleich gut“, sagt Ammer. „Aber sie haben sich immer wieder bei Patienten bewährt, die bei trockenen Augen oder bei Augenproblemen, die mit Allergien oder Lidrand- und Bindehautentzündungen zusammenhängen,  nicht mehr weiter wussten. Es wäre schön, wenn mehr Patienten und Ärzte das in Betracht ziehen würden.“

Redaktion GESUNDES BAYERN

Hier schreiben GESUNDES BAYERN-Kolleginnen sowie Gesundheitsexpert/Innen aus den bayerischen Heilbädern und Kurorten.

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