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Waldbaden macht gesund

Elke Seidel ist individueller Gesundheits-Management-Coach und Waldgesundheitstrainerin in Bad Alexandersbad im Naturpark Fichtelgebirge. Mit ihren Gästen geht die Expertin langsam, achtsam und aufmerksam durch den heimischen Wald. Und viele der Übungen, wie etwa eine Gehmeditation, kann man jetzt, während der Corona-Krise, auch gut alleine oder mit seinen Lieben draußen ausprobieren.

Dass der Aufenthalt im Wald sich positiv auf unsere Stimmung, unser Immunsystem und unser tägliches Stresslevel auswirkt, belegen weltweit durchgeführte wissenschaftliche Studien. Dabei geht es einerseits um psychologische Effekte: Wir interagieren mit der Natur, fühlen uns eins mit ihr, genießen die Stille und das gedämpfte Licht im Wald. Gleichzeitig weisen vor allem japanische Untersuchungen darauf hin, dass die Botenstoffe – sogenannte Terpene –, über die Bäume und Pflanzen miteinander kommunizieren und die man im Wald auch als Mensch aufnimmt, sich stärkend auf unsere Gesundheit auswirken. Der Körper bildet im Wald zum Beispiel mehr natürliche Killerzellen.

Elke Seidel, die in Bad Alexandersbad unter anderem Waldbaden-Einheiten anleitet und Gesundheitsprogramme konzipiert, liebt die Natur seit Kindertagen. Sie sagt: “In meinem Job habe ich die Möglichkeit, Menschen rund um das Thema Gesundheit zu informieren, zu motivieren und vielleicht auch zu inspirieren. Deshalb habe ich auch die Zusatzausbildung zur Waldbademeisterin gemacht.” Und weiter: „Der Wald ist für mich vor allem ein Ort des Innehaltens. Der Aufenthalt dort hat ganz viele tolle Effekte: Dabei kann ich in und mit der Natur gut entspannen, zur Ruhe kommen und mich von den täglichen Stressoren lösen. Dabei erlebe ich die Natur intensiv mit allen Sinnen und nehme den Wald mit all seinen Facetten, Geräuschen und Düften wahr. Ich fühle mich wohl, entspanne und tanke Energie für meinen Alltag auf!“

Auch in vielen bayerischen Heilbädern wird Waldbaden daher als Mittel zu mehr Achtsamkeit, zur Stärkung der Immunabwehr und zum Sinnestraining genutzt. „Durch die natürliche Formenvielfalt finden wir Ablenkung und Anregung“, erklärt Seidel. „Die Phantasie wird angeregt, der Wald weckt bei den meisten von uns positive Gefühle wie Dankbarkeit, Verbundenheit und Geborgenheit. Man kommt sich selbst wieder ein Stück näher“. Und mehr noch: Unser Herz, der Kreislauf, unsere Muskulatur und unser Immunsystem werden gestärkt – durch die Bewegung, aber auch durch die Entspannung, die man im Wald erfährt.

Der Wald als Heilmittel? Inwieweit das zutrifft, untersucht die Ludwig-Maximilian-Universität München im Projekt „Wald und Gesundheit“, in dessen Rahmen Elke Seidel sich 2019 zur Waldgesundheitstrainerin hat ausbilden lassen.

 

Ihre Tipps für alle, die sich fragen, wie sie möglichst gut durch die Krise kommen:

  • nach Möglichkeit täglich eine Stunde raus in den Wald gehen
  • eine Gehmeditation machen – dabei 10 Minuten ganz bewusst sehr langsam gehen, auf die eigenen Schritte und den Atem achten
  • radeln, joggen, spazieren gehen, weil andere Sportarten ja derzeit nicht möglich sind
  • sich einmal bewusst einen Gegenstand auswählen, der draußen in der Natur am Boden liegt. Ihn in die Hand nehmen, betrachten, befühlen und beschnuppern. Was hört man, wenn man einen Tannenzapfen zwischen den Fingern bewegt?
  • sich an einen Baum lehnen, die Augen schließen, einfach hören und spüren, was um einen herum passiert
  • wenn man mit dem Partner oder den Kindern im Wald ist, dann gibt es auch eine schöne Übung zu zweit: Einer führt den anderen an der Hand oder untergehakt durch die Natur – und der schließt dabei die Augen. Wie fühlt sich das an? Was nimmt man wahr?
  • mal wieder ein Buch zu lesen – das geht auch sehr gut draußen auf einer Bank

„Ein gesunder Lebensstil trägt natürlich ganz allgemein dazu bei, dass man besser durch so eine Krise kommt“, meint Elke Seidel. „Und dazu gehört neben der Bewegung für mich auch, dass ich mich ausgewogen ernähre und mir Entspannungsmomente verschaffe. Denn das alles stärkt die Resilienz – die psychische Widerstandskraft.“

Wer derzeit die Muße findet, so die Gesundheitsexpertin weiter, der kann die Krise auch gut dafür nutzen, sich ein paar Fragen zu stellen, Ordnung im wörtlichen und im übertragenen Sinn zu schaffen. Hier sind ein paar mögliche Fragen, die man sich gerade in dieser Zeit stellen kann:

  • Was sind meine Prioritäten?
  • Wo möchte ich Ballast abwerfen?
  • Was haben sich für Dinge angesammelt, die ich gar nicht brauche – im wörtlichen und im übertragenen Sinn?
  • Was habe ich für weitere Ziele oder Wünsche?
  • Was bewegt mich im Moment?

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