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Weg mit dem Kreuzschmerz – aber natürlich!

Rückenschmerzen sind ein Thema, bei dem fast jeder mitreden kann. Häufig denkt man bei Rückenschmerzen sofort an einen Bandscheibenvorfall. Diese Angst ist meistens jedoch unbegründet. In nur zehn Prozent der Fälle sind die Bandscheiben beteiligt. Selbst wenn das MRT eine verschlissene Wirbelsäule attestiert, muss das nichts heißen. Erstaunlicherweise haben viele ältere Menschen eine vorgewölbte oder vorgefallene Bandscheibe und keinerlei Beschwerden. Andererseits können die Ärzte bei 80 Prozent der Rückenpatienten keinen krankhaften Prozess als Ursache für die Kreuzschmerzen ausmachen. Was also sind die Ursachen der Schmerzen?

Wir sind keine Jäger und Sammler mehr

Unsere Urahnen hetzten das Wild oft über viele Kilometer durch die Savanne, bis sie die erschöpften Tiere erlegen konnten. Noch heute ist der Mensch vom Körperbau her ein Langstreckenläufer. Unglücklicherweise beschränkt sich unser Laufpensum heute oft auf die Strecke bis zum nächsten Supermarkt. Doch ein Bewegungsapparat, der nicht beansprucht wird, verkümmert. Das betrifft nicht nur die Rückenmuskulatur, auch die Bauchmuskeln tragen wesentlich dazu bei, die Wirbelsäule zu stützen.

Hinzu kommt, dass untrainierte Muskeln ihre Fähigkeit zum perfekten Zusammenspiel verlieren. Die Folge sind muskuläre Verspannungen bis hin zu Wirbelfehlstellungen. Kurz: Rückenschmerzen. Daneben setzen Fehlbelastungen wie zu schweres Heben dem Rücken zu, eingeschlossen die eigenen überschüssigen Pfunde. Auch wer psychisch viel zu tragen hat, leidet überdurchschnittlich oft an Rückenschmerzen.

Rückenschmerzen –  den Teufelskreis durchbrechen

Ist der Rückenschmerz erst mal da, wird er gern zum ungeliebten Dauergast. Dabei reagiert der Körper eigentlich clever: Er nimmt – meist unbewusst – eine Schonhaltung ein. Das lindert zunächst den Schmerz, schwächt aber das muskuläre Stützkorsett weiter. Der Weg zu chronischen Rückenschmerzen ist somit geebnet. So weit sollte man es gar nicht kommen lassen. Halten Schmerzen über einen längeren Zeitraum an, kann sich ein Schmerzgedächtnis bilden. Die Nervenzellen lernen „der Rücken muss weh tun“ und signalisieren Schmerz, selbst wenn die Ursache längst behoben ist. Viele Ärzte empfehlen daher bei akuten Beschwerden den zeitlich begrenzten Einsatz von Schmerzmitteln plus sanfter Bewegung. Doch auch freiverkäufliche Schmerzmittel sind nicht frei von Nebenwirkungen. Kein Wunder also, dass Naturheilverfahren immer mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.

Entspannend und schmerzlindernd: Moorbäder

Moorbäder haben in Bayern eine lange Tradition. Schon im 19. Jahrhundert pilgerte der Adel in die bayerischen Heilbäder, um seine orthopädischen Leiden zu kurieren. Als klassische Indikationen für Moorbäder gelten Rückenschmerzen, Gelenkserkrankungen wie Rheuma und Arthrose und Osteoporose. Bei der Therapie macht man sich die langsame Wärmeabgabe des Torf-Wasser-Gemischs zunutze. Trotz Temperaturen von bis zu 46 Grad Celsius verbrühen sich die Patienten bei einem Moorbad nicht. Allerdings erhöht sich während der etwa 20-minütigen Anwendung die Körpertemperatur um ein bis zwei Grad. Der Patient wird in eine Art künstliches Fieber versetzt. Diese Überwärmung regt das Immunsystem an. Entzündliche Prozesse können vom Körper besser bekämpft werden. Das Schweben in der zähflüssigen Masse entlastet zudem die Gelenke und löst Verspannungen. Der erste Schritt zu einem aktiveren Leben ist getan. Denn um wieder in Bewegung zu kommen, muss man erst mal weitgehend schmerzfrei sein.

Thermalwasser macht müde Muskeln munter

Die Zauberformel für einen gesunden Rücken heißt Sport. Zum Einstieg empfehlen viele Wirbelsäulenexperten eine Bewegungstherapie in warmem Wasser. Die bayerischen Thermalbäder sind dafür ideal. Zum einen wirkt das wohltemperierte Heilwasser muskelentspannend und lockert Blockierungen. Zum anderen fördert der hohe Gehalt an gelösten Mineralien wie Schwefel oder Jod den Heilungsprozess. Viele schwören auch auf das Solebad. Das Schweben im salzhaltigen Wasser scheint Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparats besonders wirksam zu lindern.