Solebäder, Heilwasser, Radonquellen und Entspannungstherapien: So rücken zwölf bayerische Heilbäder und Kurorte der quälenden Hautkrankheit Neurodermitis zu Leibe.

Wenn ihre Schutzfunktion herabgesetzt ist, reagiert die Haut empfindlich: Sie ist dann trocken, rau und gerötet, sie juckt und entzündet sich. Neurodermitis ist eine komplexe Hautkrankheit, zu deren Entstehung mehrere Faktoren beitragen. Auch die genetisch bedingte Neigung des Immunsystems, überschießend auf harmlose Reize aus der Umwelt zu reagieren, zählt dazu. Eine Heilung gibt es nicht, jedoch viele Therapiemöglichkeiten.

Genau darauf haben sich zwölf bayerische Heilbäder und Kurorte spezialisiert. Ärzte und Gesundheitsexperten nutzen für die Behandlung empfindlicher Haut viele natürliche Heilmittel, weil diese schonender wirken. Sole zum Beispiel: Bei trockener Haut sind Solebäder ideal, da sie der Haut keine Feuchtigkeit entziehen. Stattdessen lagert sich Salz in der äußeren Hornschicht ein und bindet Wasser. Auch viele Heilquellen eignen sich zur Hautbehandlung: Inhaltsstoffe wie Sulfate oder Hydrogencarbonat lindern Infektionen. Hinzu kommt, dass viele Neurodermitispatienten auch eine Allergie haben und im allergenarmen Klima der heilklimatischen Kurorte endlich entspannen und aufatmen können.


Ab in die Kältekammer

Weißenstadt im Fichtelgebirge ist einer von sechs Kurorten und Heilbädern in der Region Franken, deren Schwerpunkt auf Hauterkrankungen liegt. Weil hier eine radonhaltige Heilquelle sprudelt, verfügt der kleine Ort am Weißenstädter See über das einzige Radon-Therapiebecken Deutschlands. Radon ist ein Edelgas, das entzündungshemmend wirkt, Schmerzen lindert, die Wundheilung beschleunigt und das Immunsystem stärkt. Für die Neurodermitis-Behandlung nutzen die Weißenstädter Hautexperten aber auch eine Ganzkörper-Kältekammer. Nur drei Minuten muss der Gast die Minus 110 Grad Celsius aushalten – schon werden entzündungshemmende Prozesse aktiviert, Abwehrkräfte mobilisiert und Endorphine ausgeschüttet, die den Heilungsprozess fördern. Angenehmer Nebeneffekt: Die extreme Kälte blockiert auch den Juckreiz. Die Kältetherapiewoche in Weißenstadt beinhaltet unter anderem 12 Kältekammergänge und zwei ärztliche Beratungsgespräche


Linderung durch Moor und Schrothkur

Im Allgäu bieten Oberstaufen und der Kneipp- und Luftkurort Oy-Mittelberg zahlreiche Behandlungsbausteine wie Schrothkur oder Natur-Moorschlammbäder an. In Oy-Mittelberg mit seiner Lage auf 1050 Metern herrscht ein mildes, allergen- und hausstaubmilbenarmes Klima. Die gute Luft lindert Allergie- und Hautbeschwerden. In dem Kneipp- und Luftkurort geht es auch noch um etwas anderes: Hier wird den Gästen ein breites Wissen über Neurodermitis und die oft damit einhergehenden Allergien vermittelt, und auch, wie man damit im Alltag umgeht. Denn Studien belegen, dass Betroffene weniger Hautsymptome entwickeln, weniger unter Juckreiz leiden und eine bessere Lebensqualität genießen, wenn sie gelernt haben, selbstständig und situationsangepasst zu reagieren. Konkret lernen Gäste etwa Entspannungs- und Bewältigungstechniken, um übermäßiges Kratzen in den Griff zu bekommen, wie man Reizstoffe vermeidet, Infektionen vorbeugt und die Haut pflegt.

Auf ganzheitliche Therapiekonzepte bei Neurodermitis sind in Ostbayern auch die beiden heilklimatischen Kurorte Bodenmais und Eging am See spezialisiert. Eingebettet in die sanft gewellte Hügellandschaft des Bayerischen Waldes arbeiten die Gesundheitsexperten in Eging am See mit individuell auf den Gast abgestimmten Behandlungen, um den Teufelskreis aus Juckreiz, Kratzen und Entzündungsreaktionen zu durchbrechen. Durch Creme-Therapien beispielsweise – auch mit pflanzlichen Wirkstoffen – verbessert sich die Barrierefunktion der Haut und sie kann sich schneller regenerieren.


Heilwasser mit Jod, Schwefel und Sole

In Oberbayern setzen die Kurorte Bad Wiessee am Tegernsee und Bad Reichenhall im Berchtesgadener Land auf die Kraft von Heilwasser. In Bad Wiessee kommt das heilungsfördernde Wasser aus Deutschlands stärkster Jod-Schwefel-Quelle im neuen, hochmodernen Jodschwefelbad zum Einsatz. Hingegen ist es in Bad Reichenhall die naturreine Alpensole, die aus dem 250 Millionen Jahren alten Salz des Urmeeres entsteht und aus dem Felsgestein der Bayerischen Berge dringt. Gesundheitsexperten betreuen die Bäder mit hochkonzentrierter Alpensole aus der Heilquelle. Solebäder wirken entzündungshemmend, abschwellend und verschaffen Linderung bei Juckreiz. Durch den Erholungseffekt entspannt sich die Haut, die Poren verfeinern sich und Stress wird abgebaut. Auf ganzheitliche und nachhaltige Entspannung zielen sämtliche Behandlungsmethoden in den beiden zertifizierten, allergikerfreundlichen Heilbädern ab – das ist gut so, denn so wirkt der Gesundheitsaufenthalt in den bayerischen Bergen auch zuhause noch lange auf der Haut, im Kopf und in der Seele nach.

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