Osteoporose ist eine natürliche Alterserscheinung. Wir müssen die Erkrankung sehr ernst nehmen – aber wir können auch lernen, gut mit ihr zu leben.

Osteoporose – für viele Menschen ist die Diagnose ein Albtraum. Unsere Angst vor dieser Erkrankung, die auch  Knochenschwund genannt wird, beruht jedoch oft auf Missverständnissen und mangelnder Information. Die medizinische Wahrheit ist, dass wir alle Osteoporose sehr ernst nehmen müssen – aber wir auch lernen können, gut mit ihr zu leben.

 

Knochenschwund trifft irgendwann fast jeden von uns

Warum ist es so wichtig, dass wir uns mit Osteoporose vertraut machen? Weil die Erkrankung jeden von uns treffen kann – und einen Großteil von uns auch treffen wird. Bis zu 80  Prozent der Frauen leiden nach den Wechseljahren unter Hormonveränderungen, 30 Prozent davon entwickeln eine Osteoporose. Auch bei den Männern ab dem 70. Lebensjahr ist Knochenschwund sehr häufig. Somit ist Osteoporose eine echte Volkskrankheit.

 

Die Erkrankung gehört zum natürlichen Alterungsprozess

Osteoporose ist eine langsam fortschreitende, chronische Krankheit, die im höheren Alter zunimmt. Die Ursache für Knochenschwund ist etwas völlig Normales: unser natürlicher Alterungsprozess. In den ersten drei Jahrzehnten unseres Lebens bauen wir im Körper alles auf. Dann fangen wir an, langsam wieder abzubauen. Der Alterungsprozess macht sich bei allen Organen bemerkbar, aber insbesondere auch beim Knochensystem. So wird unsere Körperlänge im Alter kleiner – um bis zu drei oder vier Zentimeter – auch weil sich wegen osteoporotischer Vorgänge das Ausmaß der Knochen verändert. Gleichzeitig bekommen wir Haltungsschäden: Ungefähr ab dem 65. Lebensjahr neigen wir dazu, einen leichten Rundrücken zu entwickeln. Wir laufen und stehen dann nicht mehr so aufrecht wie vorher: der klassische, etwas gebeugte Gang des älteren Menschen. Nach dem 75. Lebensjahr sehen wir das noch deutlicher.

 

Der Knochen verschwindet nicht, er wird „nur“ schwächer

Die Veränderung des Knochens können wir nur mit technischen Hilfsmitteln feststellen. Aber wir spüren es nicht. Was wir spüren sind plötzliche Schmerzen, die wir vorher nicht hatten, beispielsweise häufige Rückenschmerzen oder vermehrt Schmerzen in den Gliedmaßen. Da muss man dann natürlich die Ursache abklären und prüfen, ob dies mit Osteoporose zusammenhängt. Auch wenn wir immer von Knochenschwund sprechen: Die Knochen verschwinden nicht. Stattdessen findet ein Abbau der Knochendichte statt. Die Stabilität des Knochens lässt nach. Und wenn die Festigkeit verloren geht, erhöht sich die Gefahr, denn der Knochen wird anfälliger für Brüche. Bereits unser normaler Alterungsprozess führt dazu, dass wir unsere Beweglichkeit und Schnelligkeit verlieren und wir beim Laufen unsicherer werden. Das hat noch nichts mit Osteoporose zu tun. Aber wenn diese Erkrankung hinzu kommt und die Elastizität wie auch die Belastbarkeit der Knochen nachlassen, ist das Risiko, bei einem Sturz einen Bruch zu erleiden, wesentlich höher als wenn wir nicht an Osteoporose leiden.

Dennoch: Haben Sie keine Angst vor Osteoporose! Denn die Erkrankung ist keine schicksalhafte Entwicklung, sondern eine ganz normale Alterserscheinung. Und: Wir haben die viele Möglichkeiten, etwas dagegen zu unternehmen. Lesen Sie dazu meinen Artikel über wirksame Vorsorgemaßnahmen.

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