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Mutter-Kind-Kur: Raus aus dem Hamsterrad der Familienverantwortung

  

Meeting und Mama-Sein, Büro und Haushalt: Es ist der Spagat zwischen Job und Familie, der Eltern in vielfältige Erschöpfungszustände wie Burnout bis hin zur leichten Depression bringt. Hier kann eine Mutter-Kind-Kur Hilfe leisten.

Die historische Entwicklung der Mutter-Kind-Kur

Vorreiter der Kur-Maßnahme ist das Müttergenesungswerk „Elly-Heuss-Knapp-Stiftung“, das sich bereits in den 50er Jahren für die Idee stark gemacht hat. Während es zu Beginn vorwiegend ein Angebot für Landfrauen mit behinderten Kindern war, rückten später auch die Trümmerfrauen in den Fokus. Heute sind es vor allem Mütter, welche eine Mehrfachbelastung durch Familienverantwortung und Job haben.

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 120.000 Kuren durchgeführt, davon waren 10.000 Vater-Kind-Kuren. Noch ist die Zahl der teilnehmenden Männer also klein, aber sie steigt. Dazu gibt es Mütter- und Väter-Kuren ohne Kinder, zum Beispiel bei besonderer Belastung durch die Pflege eines Angehörigen.

Gesetzliche Verankerung der Mutter-Kind-Kur

Frauen und Männer, die in Familienverantwortung stehen, haben Anspruch auf eine medizinische Vorsorge oder Reha-Maßnahme. Das ist gesetzlich verankert in den Paragraphen 24 und 41 SGB 5. Voraussetzung dafür ist immer das Vorliegen eines Gesundheitsproblems, das im Zusammenhang mit den mütter-spezifischen oder väter-spezifischen Belastungen in der Familie steht. Eine solche Maßnahme kann alle vier Jahre – in Ausnahmefällen alle zwei Jahre – beantragt werden.

Die stationäre Kur: Konzentration auf die eigenen Ziele

Jürgen Waibel, Geschäftsführer der Hochgebirgsklinik Mittelberg, empfiehlt dabei die Variante der stationären Vorsorge oder Reha – anstelle der ambulanten Kur: „Es ist ein großer Vorteil, wenn man raus aus dem Alltag kommt, Abstand gewinnt und die Entlastung durch die wegfallenden hauswirtschaftlichen Tätigkeiten zu Hause hat. Auch durch die umfassende Kinderbetreuung haben die Patienten einfach mal Zeit für sich und können sich auf ihre Ziele konzentrieren.“ Dazu trifft man in der Klinik viele Frauen in ähnlichen Situationen und genießt dort das Gemeinschaftsgefühl und einen regen wie hilfreichen Austausch.

An die Klinik von Jürgen Waibel im Allgäu ist eine Kinder-Reha-Klinik angeschlossen. Bei Bedarf profitiert man als Patient also gleichzeitig von der hohen medizinischen und therapeutischen Kompetenz im Kinder-Reha-Bereich. Neben den medizinischen Komponenten sollte der Klinikort aber auch nach den Möglichkeiten in der Umgebung gewählt werden. Will man zum Wandern in die Berge, die Ruhe der Natur genießen oder sollte ein Stadtbummel in der Nähe möglich sein?

Der Tagesablauf: Die Mischung macht‘s

Eine Kur ist kein Urlaub. Es wird aktiv an den Problemen und Sorgen der Patienten gearbeitet. Das beginnt oft schon früh mit einem gemeinsamen Morgenimpuls als Start in den Tag. Dann schließen direkt die therapeutischen Angebote an. Hier wechseln sich Entspannungs-Gruppen mit Sportkursen und kreativen Angeboten ab. Zusätzlich gibt es Angebote zur Stärkung der Mutter-Kind-Interaktion, was laut Waibel gerade für junge Mütter sehr wichtig und hilfreich ist.

Neben der Haupt-Indikation der Erschöpfung wird auf jeden Patienten individuell eingegangen. So können beispielsweise auch Ehe- oder Erziehungsprobleme mit Psychologen und Psychotherapeuten besprochen werden. Bei Atemwegserkrankungen wird der auch nach unterstützendem heilklimatischen Klima wie im bayerischen Allgäu gewählt, bei Übergewicht können ergänzende Ernährungs-Angebote angenommen werden.

Strategien für die Zeit danach entwickeln

„Neben der akuten Entlastung ist das Ziel, gemeinsam mit den Patienten Strategien zu entwickeln, die sie auch zu Hause in den Alltag übertragen können. Neben Entspannungstechniken können das von der Krankenkasse geförderte Sportangebote oder begleitende Ernährungsberatung zu Hause sein, damit der Erfolg zu Hause gefestigt und gesichert werden kann“, erklärt Waibel. Die Beratungsstellen der Wohlfahrtverbände geben hierzu von der Unterstützung beim Antrag bis zum Nachsorgegespräch im Anschluss vielfältige Hilfestellungen.

Diese bayerischen Kliniken und Gesundheitszentren haben Mutter-Kind-Kuren im Angebot: