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Waldbaden macht gesund

Elke Seidel ist individueller Gesundheits-Management-Coach und Waldgesundheitstrainerin in Bad Alexandersbad im Naturpark Fichtelgebirge. Mit ihren Gästen geht die Expertin langsam, achtsam und aufmerksam durch den heimischen Wald. Und viele der Übungen, wie etwa eine Gehmeditation, kann man auch gut alleine oder mit seinen Lieben draußen ausprobieren.

Meine Schritte federn auf dem moosigen Boden. Ich spüre dicke Baumwurzeln, dann knackst leise ein Ast unter meinen Füßen. Und irgendwo weit über mir singt ein Buchfink. Zehn Minuten lang gehe ich im Schneckentempo, dafür aber sehr aufmerksam – alle Sinne weit offen – durch den Wald. Diese kleine Gehmeditation ist Teil der dreistündigen Waldbaden-Wanderung, die IGM-GesundheitsCoach Elke Seidel in Bad Alexandersbad mitten im Naturpark Fichtelgebirge anbietet. Das Besondere am Waldbaden ist das Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes. Man verlässt den Wander- und Forstweg und entdeckt die wunderbare und zauberhafte Welt des Waldes und der Natur abseits ausgetretener Pfade.

Dass der Aufenthalt im Wald sich positiv auf unsere Stimmung, unser Immunsystem und unser tägliches Stresslevel auswirkt, belegen weltweit durchgeführte wissenschaftliche Studien. Dabei geht es einerseits um psychologische Effekte: Wir interagieren mit der Natur, fühlen uns eins mit ihr, genießen die Stille und das gedämpfte Licht im Wald. Gleichzeitig weisen vor allem japanische Untersuchungen darauf hin, dass die Botenstoffe – sogenannte Terpene –, über die Bäume und Pflanzen miteinander kommunizieren und die man im Wald auch als Mensch aufnimmt, sich stärkend auf unsere Gesundheit auswirken. Der Körper bildet im Wald zum Beispiel mehr natürliche Killerzellen.

Auch in vielen bayerischen Heilbädern wird das Waldbaden daher als Mittel zu mehr Achtsamkeit, zur Stärkung der Immunabwehr und zum Sinnestraining genutzt. Bad Alexandersbad nimmt derzeit an dem Projekt “Wald und Gesundheit” der Ludwig-Maximilian-Universität München teil, in dessen Rahmen Elke Seidel sich zur Waldgesundheitstrainerin hat ausbilden lassen. Diese Ausbildung gibt es seit 2019 – angeboten wird sie von der Ärztegesellschaft für Präventionsmedizin und klassische Naturheilverfahren, Kneippärztebund e.V. in Bad Wörishofen.

Waldbaden ist zum Beispiel auch Bestandteil des fünftägigen Angebots „mein GesundheitsCoaching im ALEXBAD“. Mit diesem Programm zeigt das Team im ALEXBAD den Teilnehmerinnen und Teilnehmern neue Wege auf, wie sie sich in ihrem Leben bewusster ernähren, aktiver bewegen und wie sie ihren Wunsch nach mehr Zeit für sich und Gelassenheit verwirklichen können. Nach dem Motto „Gesunde Impulse für den Alltag“ lernen die Teilnehmer in Vorträgen, Workshops und Praxiseinheiten, wie sie ihr individuelles Gesundheitsmanagement im Alltag umsetzen können. Physiotherapeutische Anwendungen, Massagen oder ein Besuch im Panoramabad im ALEXBAD lassen die Teilnehmer zur Ruhe kommen und neue Energie tanken.

Elke Seidel, die in Bad Alexandersbad unter anderem Waldbaden-Einheiten anleitet und Gesundheitsprogramme konzipiert, liebt die Natur seit Kindertagen. Sie sagt: “In meinem Job habe ich die Möglichkeit, Menschen rund um das Thema Gesundheit zu informieren, zu motivieren und vielleicht auch zu inspirieren. Deshalb habe ich auch die Zusatzausbildung zur Waldbademeisterin gemacht.”. Und weiter: „Der Wald ist für mich vor allem ein Ort des Innehaltens. Der Aufenthalt dort hat ganz viele tolle Effekte: Dabei kann ich in und mit der Natur gut entspannen, zur Ruhe kommen und mich von den täglichen Stressoren lösen. Dabei erlebe ich die Natur intensiv mit allen Sinnen und nehme den Wald mit all seinen Facetten, Geräuschen und Düften wahr. Ich fühle mich wohl, entspanne und tanke Energie für meinen Alltag auf!“

Seidel weiter: „Durch die natürliche Formenvielfalt finden wir Ablenkung und Anregung. Die Phantasie wird angeregt, der Wald weckt bei den meisten von uns positive Gefühle – etwa der Dankbarkeit, der Verbundenheit und Geborgenheit. Man kommt sich selbst wieder ein Stück näher. Außerdem werden Herz, Kreislauf, Muskulatur und unser Immunsystem gestärkt – durch die Bewegung, aber auch durch die Entspannung, die man im Wald erfährt.“

 

Ihre Tipps für alle, die sich fragen, wie sie möglichst gut durch stressige Zeiten kommen:

  • nach Möglichkeit täglich eine Stunde raus in den Wald gehen
  • eine Gehmeditation machen – dabei 10 Minuten ganz bewusst sehr langsam gehen, auf die eigenen Schritte und den Atem achten
  • radeln, joggen, spazieren gehen
  • sich einmal bewusst einen Gegenstand auswählen, der draußen in der Natur am Boden liegt. Ihn in die Hand nehmen, betrachten, befühlen und beschnuppern. Was hört man, wenn man einen Tannenzapfen zwischen den Fingern bewegt?
  • sich an einen Baum lehnen, die Augen schließen, einfach hören und spüren, was um einen herum passiert
  • wenn man mit dem Partner oder den Kindern im Wald ist, dann gibt es auch eine schöne Übung zu zweit: Einer führt den anderen an der Hand oder untergehakt durch die Natur – und der schließt dabei die Augen. Wie fühlt sich das an? Was nimmt man wahr?
  • mal wieder ein Buch zu lesen – das geht auch sehr gut draußen auf einer Bank


„Ein gesunder Lebensstil trägt natürlich ganz allgemein dazu bei, dass man besser durch stressige Phasen kommt“, meint Elke Seidel. „Und dazu gehört neben der Bewegung für mich auch, dass ich mich ausgewogen ernähre und mir Entspannungsmomente verschaffe. Denn das alles stärkt die Resilienz – die psychische Widerstandskraft.“ Und wer die Muße findet, so die Gesundheitsexpertin weiter, der kann seine Zeit auch gut dafür nutzen, sich ein paar Fragen zu stellen, Ordnung im wörtlichen und im übertragenen Sinn zu schaffen. Hier sind ein paar mögliche Fragen, die man sich in ruhigen Momenten stellen kann:

 

  • Was sind meine Prioritäten?
  • Wo möchte ich Ballast abwerfen?
  • Was haben sich für Dinge angesammelt, die ich gar nicht brauche – im wörtlichen und im übertragenen Sinn?
  • Was habe ich für weitere Ziele oder Wünsche?
  • Was bewegt mich im Moment?

Nach zwanzig Minuten trete ich aus dem schattigen Wald wieder in die Sonne hinaus. Atme ein paar mal tief durch. Genieße die Wärme und das Licht auf dem Gesicht. Dann spaziere ich in einem etwas schnelleren Tempo nach Hause zurück. Schritt für Schritt zurück in den Alltag, aber ein kleines bisschen gestärkter als zuvor.

Mehr Infos zum Angebot: „mein GesundheitsCoaching im ALEXBAD“

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