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Mit heilendem Thermalwasser gesund durch den Winter

Gesundheitsförderndes Thermalwasser wirkt sich positiv auf verschiedene Krankheitsbilder aus / Studien belegen Wirkung gegen Schmerzen und Stress / „Gesundes Bayern“ stellt moderne, gesundheitstouristische Angebote mit Anwendung des traditionellen Heilmittels vor

Luft, Erde und Wasser – diese natürlichen Elemente haben sich seit Jahrtausenden als Heilmittel traditioneller Naturheilverfahren wie Sole- und Moorbäder, Kneipp-Kuren oder Thermalbäder bewährt. Eines dieser Elemente ist wegen seiner wohltuenden Temperatur besonders in der kalten Winterzeit beliebt: das Thermalwasser. Es unterscheidet sich von normalem Quellwasser durch die hohe Temperatur sowie die Inhaltsstoffe, Mineralien und Spurenelemente wie Jod, Schwefel oder Kohlensäure. Diese werden über die Haut aufgenommen und wirken sich somit positiv auf die Gesundheit aus. Neueste Studien belegen zudem die Wirkungskraft von Thermalwasser bei verschiedenen Krankheitsbildern von Muskelverspannungen über Herz-Kreislauf-Beschwerden bis hin zu Volkskrankheiten wie Stress und Burnout.

So zeigt eine bis Anfang 2016 in fünf Heil- und Thermalbädern Niederbayerns, an 400 Kurgästen durchgeführte Untersuchung eine signifikant positive Wirkung des Thermalwassers bei körperlichen Schmerzen, mentalen Beschwerden und Stress auf.1 Die Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelt zudem gemeinsam mit der Kurverwaltung Bad Birnbach und der Rottal Terme im Rahmen der laufenden Studie "Aktiv gegen Erschöpfung und Stress – AGES"2 ein zweiwöchiges Präventionsprogramm, in dem das ortsgebundene Heilwasser eine tragende Rolle spielt. Es wird mit einer Temperatur von 70°C gefördert und in die Therme geleitet. Das ganzheitliche Konzept umfasst Entspannungskomponenten und Aktivitäten wie Qigong oder Nordic Walking, begleitet durch ärztliche Untersuchungen und Vorträge zum Thema Erschöpfung und Stress. Mit dem vermittelten Wissen und einem Auffrischungskurs soll ein ausgewogenes, nachhaltiges Programm entstehen, das den Teilnehmern dazu verhilft, zur Ruhe zu kommen und neue Energie zu tanken, um der aus Alltag und Beruf resultierenden Erschöpfung aktiv entgegenzutreten.

So vielfältig die Inhaltsstoffe des Thermalwassers sind, so unterschiedlich ist auch die Wirkung des Wassers, das sich unter der Erde aufheizt und direkt in die Bayerischen Thermalbäder gelenkt wird. Wahre Energiemeere für Körper und Seele sind die Salzbäder der Chiemgau Thermen in Bad Endorf und des Kurhauses in Bad Neustadt an der Saale. Solequellen sind kalte oder heiße, kochsalzhaltige Quellen, die entzündungshemmend, antiallergisch sowie schleim- und krampflösend wirken, so dass mit dem natürlichen Salzwasser beispielsweise Hautprobleme, Erkrankungen des Bewegungsapparates oder auch Atemwegserkrankungen behandelt werden können. Das Heilwasser in Bad Endorf ist nicht nur salz-, sondern auch extrem jodhaltig. Dieses Solewasser stammt aus einer der wenigen, hoch konzentrierten Jod-Thermalsolequellen Europas, fördert insbesondere die Durchblutung sowie den Muskelaufbau und stärkt dadurch Körper und Immunsystem. Die Heilwirkung von Schwefel kommt unter anderem im Thermalwasser von Bad Abbach bei Regensburg zum Tragen. Auch Schwefelbäder regen die Durchblutung an und wirken heilend bei Gelenkerkrankungen. Nach neuesten Erkenntnissen senkt das Element aber auch den Stresshormongehalt im Körper. Ein Beispiel für den heilenden Einsatz von Thermalwasser mit einem hohen Gehalt von Kohlendioxid und Radon findet man beispielsweise im Sibyllenbad im oberpfälzischen Neualbenreuth. Kohlensäurebäder fördern die Durchblutung der Haut, helfen bei Bluthochdruck, stärken die Venen und lindern Herz-Kreislauf-Beschwerden. Radon wirkt sich durch die Förderung des Stoffwechsels ebenso positiv auf das Immunsystem aus.

Das kulturelle Angebot der Kurorte, Sehenswürdigkeiten in der Umgebung sowie Wander-und Fahrradwege laden dazu ein, den Gesundheitsaufenthalt im Thermalbad mit Aktiv-Entspannung und anderen Reiseerlebnissen zu kombinieren.
 

                                         
1 http://www.cso-munich.de/wp-content/uploads/2016/01/Ergebnisse-Thermalstudie-Loibl.pdf
2 http://badbirnbach.org/ages/ziele-inhalte/