Weltbad mit sieben Heilquellen

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Erinnern, Entspannen, Entdecken, Erfrischen: Bad Kissingen ist eine Quelle der Inspiration. Nicht nur wegen der sieben Heilquellen gilt das unterfränkische Weltbad als wahrer Gesundbrunnen: Mit seinem historischen Flair garantiert der aristokratische Treffpunkt von damals auch heute noch eine heilsame und erholende Auszeit – mit ganz besonderem historischem Charme.

„Entdecke die Zeit“ – was für ein verführerischer Gedanke der Claim Bad Kissingens ist! Denn woran es im hektischen Alltag so gut wie immer fehlt, hat hier, zwischen Frankfurt, Leipzig und Nürnberg, ganz klar Priorität: Erholung, Entschleunigung, in aller Ruhe wieder zu sich selbst finden und sich um seine Gesundheit kümmern. Zwischen eindrucksvoller Historie und glorreicher Architektur, duftenden Gärten und heilenden Quellen, wohltuenden Anwendungen und abwechslungsreicher Kultur gibt es dafür in Bad Kissingen reichlich Impulse.

 

Kunstvolle Grüße aus einer goldenen Zeit

Schon optisch ist Bad Kissingen ein großes Vergnügen, denn durch seine meisterhaften Prachtbauten erstrahlt das Bayerische Staatsbad in einem unverwechselbar ehrwürdigem Flair. Die sommerliche Fahrt ins Bad samt der sichtbaren Belege dieser jahrhundertealten Tradition – das haben wir König Ludwig I. zu verdanken: Um aus dem kleinen Heilort ein bedeutendes Weltbad werden zu lassen, schickte er Anfang des 19. Jahrhunderts Friedrich von Gärtner nach Unterfranken, seinen Stararchitekten, der in München etwa das Uni-Gebäude und die Feldherrnhalle entworfen hatte.

Mit den repräsentativen Bauten rund um die Heilwasserquelle des Max-Brunnens machte der königliche Architekt den gestalterischen Auftakt. Bis 1838 entstand etwa der Arkadenbau: Zahlreiche Rundbögen aus gelbem Sandstein, im Inneren unter anderem ausgestattet mit dem stimmungsvollen Rossini-Saal samt byzantinischer Wandbilder und farbiger Kassettendecke. Vor den Arkaden breitet sich der von Linden und Palmen gesäumte Kurgarten aus. Sein Blumenkonzept holt das Beste, Bunteste und Duftendste aus jeder Saison heraus.

Nur ein paar Schritte weiter liegt der Rosengarten mit dem Multimedia-Brunnen. Mehrmals täglich tanzen hier Wasserfontänen taktvoll zur Musik und nach Sonnenuntergang verwandelt sich die Fontäne in eine Leinwand aus tausenden Wassertröpfchen. Spektakuläre Beamershows sorgen für unvergessliche Abende. Auch der große Luitpoldpark ist ganz nah: Er wird einem mit teils exotischem Baumbestand, weitläufigen Wiesen und wildromantisch-stillen Winkeln sicherlich zufriedene Seufzer entlocken.

 

Ein Ort mit herrlichen Überraschungen

Der Plan des bayerischen Königs ging auf: Im Lauf der folgenden Jahrzehnte wurde Bad Kissingen bei Kurgästen und Sommerfrischlern international so beliebt, dass die Infrastruktur Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr ausreichte. Um die Jahrhundertwende engagierte Prinzregent Luitpold deshalb einen weiteren Top-Baumeister aus München: Max Littmann, der kurz zuvor das Münchner Hofbräuhaus entworfen und den Theaterbau reformiert hatte.

Littmanns neobarocker Regentenbau ist das Wahrzeichen der Stadt und setzt seit seiner Eröffnung 1913 Besucherinnen und Besucher in Erstaunen. Durch den im Rokoko-Stil erbauten Weißen Saal etwa, mit ganz viel Stuck, zahlreichen Lüstern und spiegelnden Türen. Durch den Grünen Saal, der intensiv leuchtet und eleganten Jugendstil-Flair verströmt. Durch den Max-Littmann-Saal mit seinen Emporen, der wegen der grandiosen Akustik zu den fünf besten Konzertsälen der Welt zählt. Und wegen des atmosphärischen Schmuckhofs, ein saftig grüner Garten mitten im Arkadenbau, inklusive Putten und Fresken.

 

Musik für die Seele

Auch die größte Wandelhalle Europas wurde hier vom Stararchitekten Max Littmann erbaut und an Friedrich von Gärtners Arkadenbau angegliedert: Sie gleicht einer dreischiffigen Basilika und beherbergt eine sagenhafte Konzertmuschel, die sich bei schönem Wetter in den Kurgarten drehen lässt. Mehrmals in der Woche finden hier Konzerte der Staatsbad Philharmonie Kissingen statt.

Die ProfimusikerInnen spielen weltweit als einziges Orchester regelmäßig in der sogenannten Berliner Salonorchester-Besetzung. Das Repertoire der Staatsbad Philharmonie Kissingen ist mit rund 3000 Stücken enorm und umfasst alle denkbaren Stilepochen – von Barock bis Walzer, von Operette bis Neuzeit.

Viel Muse für heilende Tradition

In der Brunnenhalle nebenan schenken tagtäglich Brunnenfrauen die Bad Kissinger Heilwässer aus und stehen Besuchern mit Rat und Tat zur Seite. Die Trinkkuren sind seit jeher ein echtes Highlight Bad Kissingens: In diesem ganz besonderen Ambiente zwischen weitläufiger Architektur mit viel Licht sowie glänzenden, goldenen Rohren und Zapfhähnen wird das bewusste Trinken am frühen Morgen und späten Nachmittag zu einer entspannenden Zeremonie für Körper und Geist. Einfach lostrinken sollte man aber nicht, sondern sich von den erfahrenen Brunnenfrauen beraten lassen. Denn je nach Temperatur und Menge, Trink-Geschwindigkeit und Zeitpunkt der Flüssigkeitszufuhr hat die Anwendung verschiedene Effekte – auf die inneren Organe, auf die Haut, die Atemwege und sogar die Psyche. Wohl durchdachte Bäder, die Soleinhalation am Gradierwerk und andere Anwendungen wie das Wassertreten nach Kneipp machen das Bad Kissinger Angebot rund um das heilsame Nass komplett.

Dass die Wässer mit ihren verschiedenen Mineralstoffen und Spurenelementen viele Beschwerden vorbeugen, lindern und sogar heilen können, erkannten Mediziner übrigens schon vor 500 Jahren. Die wohltuende Wirkung ist inzwischen wissenschaftlich bestätigt. Vielleicht ist auch deshalb die Popularität des Ortes ungebrochen? Denn laut einer Emnid-Umfrage ist Bad Kissingen der bekannteste Kurort Deutschlands.

 

Treffpunkt des Adels und der Aristokratie

Eine Fahrt ins Weltbad Kissingen, um sich etwas Gutes zu tun – das wollten sich einst natürlich auch Adelige, Politiker, Künstler, Literaten und Musiker nicht entgehen lassen! So wurde die Kur sowohl zum gesellschaftlichen als auch politischen Ereignis. Ganze sechs Mal etwa war zwischen 1862 und 1898 Kaiserin Elisabeth alias Sisi zu Besuch. Bei ihrem Aufenthalt 1864 traf sie ihren Cousin König Ludwig II., zur gleichen Zeit war auch der russische Zar Alexander II. im Bad.

Noch öfter beehrte der überarbeitete Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck den Ort: 15 Mal erholte er sich zwischen 1874 und 1893 in Bad Kissingen, traf nachhaltige Beschlüsse wie das Kissinger Diktat und ersann die Idee einer Sozialversicherung. Auch Theodor Fontane, George Bernard Shaw und Richard Strauss suchten im Weltbad Kissingen Erholung. Beim Rakoczy-Fest Ende Juli finden sie jedes Jahr zusammen – allerdings verkörpert von leidenschaftlichen DarstellerInnen. Neben historischen Persönlichkeiten können sich Besucher des Rakoczy-Fests jedes Jahr auf ein buntes Programm rund um Musik, Kultur und Gastronomie freuen.

 

Vom Weltbad zum Welterbe

So viel gesellschaftliche Tradition, so viel Kultur, so viel interkulturelle Verständigung und städtebauliches Erbe: Das ist auszeichnungswürdig! Deshalb wurde Bad Kissingen im Sommer 2021 zusammen mit zehn weiteren renommierten Kurstädten aus insgesamt sieben europäischen Ländern als UNESCO-Welterbe anerkannt. Sie vertreten als „Great Spas of Europe”  auf besondere Weise das typisch europäische Kur-Phänomen.

Doch auch wenn die Vergangenheit geschätzt und gepflegt wird, geht man hier natürlich mit der Zeit. Das Weltbad ist heute ein moderner Urlaubs- und Erholungsstandort, der den Menschen mit seinen Bedürfnissen nach Auszeit und Erholung in den Mittelpunkt stellt. Das Setting in Bad Kissingen ist ideal: In dieser Oase für eine stilvolle Pause vom Alltag und nachhaltige Erholung entdeckt man fast wie von selbst die verloren geglaubte Zeit für sich – und kommt wieder dort an, wo man sich am wohlsten fühlt: in der eigenen Gegenwart.

Weitere bayerische Staatsbäder

Hier sehen Sie eine grüne Wiese, bei der im Vordergrund bunte Blumen in einer Reihe angepflanzt sind. Von oben ragen Blätter eines Baums in das Bild und im Hintergrund ist das Kurhaus in Bad Bocklet zu sehen.
Bad Bocklet
Die ganzheitliche Quelle der Gesundheit
 
Sie sehen das historische Kursaalgebäude im Kurpark des Bayerischen Staatsbades Bad Brückenau. Im Vordergrund sitzt eine Person auf einem Stuhl, an dem Stuhl daneben lehnt ein Fahrrad.
Bad Brückenau
Königliche Ruhe im bayerischen Sanssouci
 
Das große rote Gebäude aus Backstein ist die Alte Saline in Bad Reichenhall. Hier wird seit langem salzhaltige AlpenSole gefördert. Die Saline ist ein Industriedenkmal und das Salzmuseum ist in ihr untergebracht. Im Vordergrund ist ein schöner Park mit geschotterten Wegen und grünem Rasen zu sehen. Hinter dem Gebäude stehen Bäume und die Sonne geht gerade am blauen Himmel über der Alten Saline auf.
Bad Reichenhall
Alpenkurort fürs entspannte Durchatmen
 
Im Vordergrund sehen Sie ein Wasserbecken mit Fliesen in verschiedenen Blautönen, rechts und links daneben einen Weg, der auf ein Gebäude, die Säulenwandelhalle im Kurpark in Bad Steben zuführt.
Bad Steben
Bayerns nördlichstes Staatsbad