Einfach ins warme Thermalwasser legen? Der Besuch einer Therme kann viel mehr als nur Entspannung und Wohlgefühl bringen. Die Bad Birnbacher Expertin Gabriele Steven gibt Tipps für die optimale Wirkung von Heilwasser auf die Gesundheit. Die alten Römer wussten schon um seine Heilwirkung und auch heute noch gilt Thermalwasser als kraftvolles Mittel für die Gesundheit.

Die alten Römer wussten schon um seine Heilwirkung und auch heute noch gilt Thermalwasser als kraftvolles Mittel für die Gesundheit. In Thermalbädern wird das mineralstoffhaltige Wasser, das mit Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius aus den Tiefen der Erde an die Oberfläche kommt oder gepumpt wird, für therapeutische Zwecke eingesetzt. Dabei spielt die Zusammensetzung des Wassers eine Rolle, die je nach Quelle und die zu passierenden Gesteinsschichten unterschiedlich ausfällt. 

 

Welches Thermalwasser passt für wen

Enthält das Thermalwasser viel Schwefel, ist es besonders für Menschen mit Hautproblemen oder Rheuma geeignet. Denn Schwefelthermalwasser wirkt entzündungshemmend und durchblutungsfördernd. Bei Atemwegserkrankungen helfen zum Beispiel Solequellen, also Thermalwasser, das viel Salz enthält. Bei Wirbelsäulen- und Gelenkproblemen verspricht Thermalwasser mit Radon Besserung. Sulfatwasser tut vor allem den Organen im Oberbauch und den Harnwegen gut. 

Das Thermalwasser der Rottal Terme in Bad Birnbach beispielsweise ist staatlich anerkanntes Heilwasser für Gelenkerkrankungen, Rheuma, Osteoporose, Bandscheibenvorfälle und Gelenkersatz-Operationen. Physiotherapeutin Gabriele Steven arbeitet dort seit 35 Jahren und erklärt, warum das Baden in Thermalwasser so gesund ist: „Die Kombination von natürlich warmer Wassertemperatur, Mineralien und Aktivität im Wasser löst Muskelverspannungen, reduziert chronische Beschwerden, verbessert die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems und tut auch der Seele gut, weil Stress abgebaut wird.“

 

Wann die heilende Wirkung eintritt

Der Clou für Menschen mit Problemen am Bewegungsapparat sei jedoch, sich im Thermalwasser zu bewegen: „Da der Auftrieb des Wassers viele Aktivitäten ermöglicht, die oft an Land nicht oder nicht mehr möglich sind.“ Wer keine Badekur mit therapeutischen Anwendungen verschrieben bekommt, kann sich aber auch auf eigene Faust gesund baden. „Im Heilwasserbecken sollte man darauf achten, dass die Gelenke, die man bewegt, im Wasser sind. Will man etwas für die Schulter tun, dann muss sie untergetaucht sein“, sagt Gabriele Steven. In vielen Thermen wird aber auch Wassergymnastik für Badegäste angeboten oder man kann Termine im Therapiebad buchen. Auch auf die Regelmäßigkeit des Badens kommt es laut Frau Steven an, wenn ein nachhaltiger Effekt erzielt werden soll. „Gelenkprobleme verschwinden nicht mit einmaligem Baden, da braucht es ein bisschen Geduld und mehrere Aufenthalte – denn hier kommt es auf die Kontinuität an.“

 

Was der Gesundheit am besten tut

In puncto Badedauer gibt es zwar den Richtwert von rund 20 Minuten pro Bad, doch nach Thermalwasser-Expertin Steven müsse das jeder nach seinem Gespür entscheiden. Denn das Heilwasser wirke auf jeden Menschen sehr unterschiedlich. „Wer nachmittags um 17 Uhr schon in den Tiefschlaf fällt oder nachts immer wieder aufwacht, weiß, dass er es übertrieben hat“, erklärt Gabriele Steven. Nach einem Badetag soll man erfrischt aus der Therme kommen. Dazu gehört auch, sich nach jedem Bad im warmen Heilwasser zumindest die Unterschenkel kalt abzuduschen und sich auszuruhen. 

 

Probleme mit dem Bewegungsapparat lassen sich beispielsweise im Heilwasser der Rottal Terme in Bad Birnbach auf angenehme Art und Weise lindern – und zugleich werden Stress und Ärger abgebaut.

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